Börse: Dax verteidigt hohes Niveau nahe Jahreshoch

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Zum Wochenausklang gewan der Dax auf hohem Niveau moderat hinzu und blieb nahe dem Jahreshoch von 13.308 Punkten – auch dank der sich abzeichnenden Entspannung im Handelsstriet zwischen den USA und China. In den USA markieren die Indizes am Freitag neue Rekordhochs.

Der Dax
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hat am Freitag auf hohem Niveau weitere Gewinne verbucht. Unterstützung kam von positiven Signalen im US-chinesischen Handelsstreit, die aber für einen Angriff auf das vor wenigen Tagen erreichte Jahreshoch bei 13 308 Punkten nicht ausreichten. Vorsichtig optimistisch sei die Stimmung der Investoren, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.

Der deutsche Leitindex beendete den Handel mit plus 0,47 Prozent auf 13.241,75 Punkten. Es war für den Dax zugleich die sechste Gewinnwoche in Folge, wenngleich sich das Wochenplus diesmal nur auf 0,1 Prozent beläuft.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte kletterte im Freitagsverlauf auf den höchsten Stand seit August 2018 und schloss mit plus 0,44 Prozent auf 27.198,74 Punkten.

Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen als Leitindex der Eurozone rückte um 0,62 Prozent auf 3711,61 Punkte vor. Gewinne gab es auch bei den Leitindizes in London und in Paris . Der New Yorker Dow Jones Industrial erreichte erneut ein Rekordhoch und stand zum europäischen Börsenschluss 0,6 Prozent höher.

Kudlow: Abkommen zwischen USA und China in Reichweite

Ein erstes Abkommen zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelsstreits ist laut US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow in Reichweite. Die finale Phase sei greifbar nahe, hatte der Berater von US-Präsident Donald Trump am späten Donnerstagabend gesagt. Euphorie an den Börsen kam angesichts dieser Worte allerdings nicht auf. Sie erinnern wohl zu sehr an einstige Versprechungen von Finanzminister Steven Mnuchin. Dieser hatte ein Abkommen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften schon vor Monaten als „zu 99 Prozent“ fertig bezeichnet.

Dax: HeidelbergCement zieht an, Daimler-Papiere geben erneut nach

Im Dax waren die Anteile von HeidelbergCement mit plus 2,73 Prozent der Top-Wert. Eine gute Stimmung im Bausektor half. Pessimistische Analystenkommentare belasteten dagegen die Aktien von Daimler , sie verloren am Dax-Ende 0,90 Prozent. Am Vortag hatten sie bereits nach enttäuschenden Aussagen auf dem Kapitalmarkttag deutlich nachgegeben.

MDax, SDax: K+S weitet Verluste aus, Stabilus legt kräftig zu

Die Aktien von K+S weiteten am MDax-Ende ihre jüngsten Verluste um mehr als 6 Prozent aus. Tags zuvor waren die Papiere des Dünger- und Salzherstellers nach dem Quartalsbericht bereits auf das tiefste Niveau seit 2005 abgesackt. Zahlreiche Analysten strichen nun ihre Schätzungen und Kursziele für die Kasseler zusammen.

Dabei ging es unternehmensseitig am Freitag deutlich ruhiger zu als in den vergangenen Tagen. Die Berichtssaison nähert sich ihrem Ende. Nur noch vereinzelt werden Quartalszahlen – fast ausschließlich aus der zweiten und dritten Börsenreihe – vorgelegt, an diesem Freitag von LEG Immobilien und Stabilus .

LEG wurde wegen vorzeitiger Refinanzierungen und seiner jüngsten Wohnungskäufe zwar zuversichtlicher für 2020, für 2019 indes etwas vorsichtiger. Zudem fiel die vorgeschlagene Dividende für 2019 mit 3,60 Euro je Aktie nicht so hoch wie erwartet aus und auch zurückhaltendere Aussagen zum Mietwachstum kamen nicht gut an. Die Aktie gab als zweitschwächster MDax-Wert um 2,13 Prozent nach.

Für das Papier des Autozulieferers Stabilus ging es dagegen an der SDax-Spitze um 14,18 Prozent hoch. Damit erreichte es den höchsten Stand seit Januar. Nach mehrmals gesenkten Geschäftsjahreszielen gab sich Stabilus nun optimistischer für das neue Jahr.

Mit einem Kurseinbruch von zeitweise mehr als 12 Prozent litten im SDax die Titel von Zooplus unter teils sehr negativen Analystenkommentaren nach den am Vortag vom Onlinehändler für Heimtierbedarf veröffentlichten Quartalszahlen. Bis Handelsende dämmten sie das Minus allerdings auf 2,56 Prozent ein.

Deutsche Wirtschaft schrammt an Rezession vorbei

Die jüngsten Konjunkturdaten aus Asien und Deutschland ergeben kein einheitliches Bild. So schrammte die deutsche Wirtschaft überraschend an einer leichten Rezession vorbei. Aktuelle Wirtschaftsdaten aus Asien aber enttäuschten: In Japan wuchs die Wirtschaft zwischen Juli und September zwar das vierte Quartal in Folge, viele Ökonomen hatten aber mit stärkerem Wachstum gerechnet. In China enttäuschten die Industrieproduktion, der Einzelhandelsumsatz und die Investitionen in Sachanlagen. Außerdem bleibt die politische Lage in Hongkong brisant.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Euro weiter bei 1,10 Dollar

Schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten setzten am Nachmittag den Dollar unter Druck, während der Euro Börsen-Chart zeigen im Gegenzug Auftrieb erhielt. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1046 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1034 (Donnerstag: 1,0997) US-Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,9063 (0,9093) Euro gekostet.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
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kostete zuletzt 62,82 US-Dollar. Das waren 54 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 49 Cent auf 57,26 Dollar.

Aussagen der Internationale Energieagentur (IEA) konnten die Ölpreise nur zeitweise belasten. Der Interessenverband führender Industriestaaten erwartet im kommenden Jahr keine Engpässe bei der Versorgung der Weltwirtschaft mit Rohöl. Der Ölmarkt werde weiterhin gut versorgt sein und es sei mit einer insgesamt „ruhigen“ Lage zu rechnen, hieß es im Monatsbericht der IEA.

Bei den Ländern außerhalb der Opec erwartet die IEA im kommenden Jahr einen Zuwachs der Fördermenge um durchschnittlich 2,3 Millionen Barrel pro Tag. Damit liegt die aktuelle Prognose um 100 000 Barrel pro Tag höher als im Monat zuvor. Außerdem sei auch im kommenden Jahr mit vergleichsweise hohen Lagerbeständen an Rohöl zu rechnen.

la/wed/dpa/Reuters

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