Börse: Dax auf 22-Monats-Hoch, Rekordhoch in Sicht

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Steigende Kurse an der Wall Street verleihen dem Dax am Dienstag Auftrieb. Der Dax ist nicht mehr weit von seinem Rekordhoch entfernt. Im Dow Jones setzt die Aktie von Walt Disney ihre Klettertour fort.

Die Rekordjagd an den Börsen geht weiter. Die Hoffnung auf eine Verschiebung der US-Zölle auf europäische Autos hat bei den Anlegern in Deutschland erneut Kauflaune aufkommen lassen. Der Dax baute am Dienstag bis zum Nachmittag seine Gewinne zeitweise auf 0,8 Prozent aus und kletterte bis auf 13.302 Punkte. Das ist das höchste Niveau seit 20 Monaten. Von seinem Rekordhoch von rund 13.560 Zählern aus dem Januar 2018 ist der Index damit nicht mehr weit entfernt. Zum Handelsschluss auf Xetra kam der Dax wieder etwas zurück und beendete den Xetra-Handel (17.30 Uhr) bei 13.286 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten neben Infineon Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen auch die Autowerte Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen. Die deutsche Autobranche hoffe, um die Strafzölle herumzukommen, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter QC Partners. „US-Präsident Donald Trump dürfte das Thema heute weiter in die Zukunft verschieben. Zölle wären ein weiterer herber Schlag für die zuletzt ohnehin gebeutelte deutsche Autoindustrie.“

Infineon mit Kurssprung

Für Kauflaune sorgten auch die jüngsten Geschäftszahlen der Firmen. So schnellten die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen zeitweise um 7,7 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen erwartet trotz konjunkturellen Gegenwinds im laufenden Geschäftsjahr einen leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg. Die Papiere der Deutschen Post notierten 2,0 Prozent fester. Der Bonner Konzern sieht sich trotz der Unsicherheiten rund um internationale Handelskonflikte bei seinem Jahresziel auf Kurs – auch wegen des kürzlich angehobenen Portos für Briefe und Pakete.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Wall Street im Vorwärtsgang, Dow nähert sich Rekordhoch

Nach dem kaum bewegten Wochenauftakt legte der Leitindex Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
am Dienstag wieder leicht zu und kletterte wieder klar über die Marke von 27.700 Zählern. In der Vorwoche hatte der Dow seine Rally um fast 8 Prozent seit Anfang Oktober mit einem Rekordhoch von 27 774 Punkten gekrönt. Auch der marktbreite S&P 500 und der Auswahlindex der Technologiebörse Nasdaq, der Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen , notierten mit Gewinnen von jeweils rund 0,5 Prozent nahe ihren Rekordhochs. Zu den Gewinnern an der Nasdaq zählten Chipwerte wie Nvidia Börsen-Chart zeigen und NXP.

Kursbestimmendes Thema bleibt der Handelsstreit zwischen den USA und China, bei dem Frank Wohlgemuth von der National-Bank eine Einigung weiter für sehr wahrscheinlich hält, auch wenn US-Präsident Donald Trump zuletzt diffuse Signale bezüglich der aktuellen Fortschritte gesendet habe. Er sieht darin ein typisches Muster der Verhandlungstaktik. „Unsere Grundhaltung ist weiterhin, dass es gute Chancen wenigstens für eine kurz- bis mittelfristige substanzielle Verständigung zwischen den USA und China gibt“, sagte Wohlgemuth.

Walt Disney an der Dow-Spitze – Konzern sagt Disney den Kampf an

Im Dow waren die Boeing -Aktien nach ihrem starken Vortag das Schlusslicht. Sie fielen um 1,3 Prozent, nachdem sie zu Wochenbeginn mit einem Anstieg um 4,5 Prozent von der Hoffnung profitiert hatten, dass im Dezember die Auslieferungen des Krisenfliegers 737 Max wieder beginnen können.

REUTERS

Walt Disney: Kampfansage gegen Netflix

Der größte Gewinner im Leitindex waren erneut die Papiere von Walt Disney Börsen-Chart zeigen mit einem Anstieg um 1,7 Prozent. Hier wurden die Anleger vom US-Start der Streaming-Plattform Disney+ ermutigt. Mit dieser will der Medienkonzern dem großen Konkurrenten Netflix den Kampf ansagen.

Für die Aktien von CBS ging es kurz vor der Fusion mit Viacom um 2,6 Prozent bergab. Der Quartalsgewinn des Medienkonzerns war wegen der Investitionen in Streaming-Angebote gefallen und der Umsatz hatte die Markterwartungen verfehlt.

Für Tyson Foods dagegen ging es nach vorbörslicher Schwäche um 5,3 Prozent bergauf. Händlern zufolge überlagerte ein optimistischer Blick in die Zukunft durch den Fleischproduzenten aus Anlegersicht ein enttäuschendes viertes Quartal.

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Euro kaum verändert

Der Euro hat sich am Dienstag wenig verändert über der Marke von 1,10 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1035 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1041 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag richten sich die Blicke der Anleger auf die ZEW-Konjunkturerwartungen. Das Mannheimer Institut veröffentlicht die Resultate seiner monatlichen Umfrage unter Finanzexperten. Da deren Stimmung auch durch die überwiegend gute Börsenstimmung beeinflusst wird, gehen Analysten von einer Aufhellung aus. Ein Grund für die bessere Stimmung an den Märkten ist die vorsichtige Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit.

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,50 US-Dollar. Das waren 32 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 24 Cent auf 57,10 Dollar.

Rohöl konnte leicht zulegen, weil der US-Dollar etwas schwächer tendierte. Dies machte den Rohstoff, der in dieser Währung gehandelt wird, für Nachfrager außerhalb des Dollarraums etwas günstiger. Die Nachfrage wurde dadurch etwas angeregt.

Ansonsten jedoch lastet weiterhin der ungewisse Fortgang des Handelsstreits zwischen den USA und China auf den Erdölpreisen. Um so gespannter wird eine Rede von US-Präsident Donald Trump erwartet, die er am Dienstag in New York halten will. Beobachter erhoffen sich Hinweise auf das weitere Vorgehen im Handelsdisput.

Profitieren würden von solchen Hinweisen auch die Erdölproduzenten im Opec-Kartell. Derzeit gehen viele Fachleute davon aus, dass die Förderländer um den Ölgiganten Saudi-Arabien ihre Produktion weiter einschränken müssen. Als Gründe werden die vermutlich schwache Rohölnachfrage und das hohe Angebot außerhalb der Opec, insbesondere aus den USA, genannt.

Reuters / dpa-afx

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