Börse: Dax lässt es am Freitag langsamer angehen

0/50 Bewertungen

REUTERS

Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt

Nach dem zuletzt starken Lauf auf ein Hoch seit Anfang 2018 dürfte es der Dax am Freitag langsamer angehen lassen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor dem Auftakt mit 0,37 Prozent im Minus bei 13.241 Punkten. Zuletzt war er weiter beflügelt worden von einer sich abzeichnenden Einigung der USA und China auf eine schrittweise Reduzierung der Strafzölle.

Insidern zufolge formiert sich innerhalb des Weißen Hauses Widerstand gegen die geplante Rücknahme der gegenseitigen Strafzölle durch die USA und China.

Seit dem Zwischentief von Anfang Oktober hat der Dax dank der Hoffnungen auf einen Etappenerfolg im Handelsstreit mittlerweile schon fast 12 Prozent gewonnen, in dieser Woche sind bislang nochmals 2,5 Prozent dazu gekommen. Experten zufolge machen einige Anleger nun zu Wochenschluss erst einmal Kasse. Auch die Wall Street konnte am Vorabend nach Handelsschluss in Frankfurt nichts mehr drauf satteln.

Die Agenda in der Berichtssaison wird am Freitag mit Zahlen von der Allianz und Rhön-Klinikum merklich ruhiger. Ein Thema sind noch chinesische Wirtschaftszahlen: Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat sich Chinas Außenhandel im Oktober erneut abgeschwächt, allerdings weniger stark als von Experten erwartet.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick.


Euro erholt sich etwas

Der Euro hat sich am Freitagmorgen etwas von seinen Vortagsverlusten erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1050 US-Dollar und damit etwas mehr als am späten Vorabend. Am Donnerstag war der Euro auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1077 Dollar festgesetzt.

Am Ende einer Woche mit zahlreichen Konjunkturdaten sind am Freitag etwas weniger Impulse zu erwarten. In der Eurozone dürften jedoch Zahlen vom deutschen Außenhandel beachtet werden, da sie einen Hinweis auf die Stärke der globalen Nachfrage und damit auch auf den Zustand der Weltwirtschaft geben. In den USA veröffentlicht die Universität Michigan die Ergebnisse ihres monatlichen Stimmungstests unter Verbrauchern.

Ölpreise minimal günstiger

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel leicht gefallen. Starke Impulse gab es zunächst nicht. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,09 US-Dollar. Das waren 20 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 28 Cent auf 56,87 Dollar.

In der laufenden Woche gab es sowohl Impulse für steigende als auch für fallende Erdölpreise. Für Preisauftrieb sorgten positiv aufgenommene Nachrichten zum Handelsstreit. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben sich auf einen schrittweisen Abbau von Strafzöllen geeinigt, falls ein erstes Handelsabkommen zustande kommen sollte. Über dieses „Phase-Eins“-Abkommen wird weiter verhandelt.

Preisdruck lösten hingegen steigende amerikanische Ölvorräte aus, zumal sie das Ölkartell Opec unter Zugzwang setzen. Aufgrund der hohen US-Produktion und einer konjunkturbedingt schwächelnden Rohölnachfrage sehen Fachleute die Erfordernis für Produktionskürzungen. Allerdings scheint es hierzu keine einheitliche Linie zu geben. Bremsend tritt vor allem Russland auf, das mit den Opec-Staaten im Verbund Opec+ zusammenarbeitet.

dpa-afx / reuters

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*