Börse: Dax auf 18-Monats-Hoch, Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit

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Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine Flut von Bilanzen treiben den Dax weiter Richtung Rekordhoch. Siemens und Lufthansa vollziehen nach Quartalszahlen einen Kurssprung, während die T-Aktie einbricht. Die Telekom will die Dividende kürzen.

Fortschritte bei den amerikanisch-chinesischen Handelsgesprächen haben dem Dax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag wieder Schwung verliehen. Der deutsche Leitindex stieg am Vormittag um 0,9 Prozent auf 13.288 Punkte und notiert nun so hoch wie seit 20 Monaten nicht mehr. Der Dax-Rekord von 13.596 Punkten aus dem Frühjahr 2018 rückt immer näher – der Index ist aktuell nur noch rund 300 Punkte (2,5 Prozent) von dieser Marke entfernt. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Siemens und Lufthansa mit Kursgewinnen von 5 und 7 Prozent, während die Aktie der Deutschen Telekom gegen den Trend um knapp 4 Prozent einbrach. Der Konzern hat zwar seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben, will auf Grund hoher Investitionen jedoch die Dividende kürzen.

Grund für den allgemeinen Kaufrausch: Die USA und China haben sich nach Angaben der chinesischen Regierung auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle geeinigt. Dies werde Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, sagte Regierungssprecher Gao Feng. Das Abkommen solle innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden. Das Ausmaß der Zollreduzierung hänge vom konkreten Inhalt des Abkommens ab, sagte Gao.

Auch andere Börsenindizes legten daraufhin zu: Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte gewann am Donnerstagmorgen 0,19 Prozent auf 27.013,30 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen stieg um 0,36 Prozent auf 3702,17 Zähler.

Telekom hebt Gewinnziel an, kürzt aber die Dividende

Die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen profitierte im dritten Quartal wieder von ihren gut laufenden Geschäften in den USA sowie von Zukäufen. Zudem hoben die Bonner ihr Jahresziel für das operative Ergebnis (Ebitda) an. Die Dividende kappte der Konzern allerdings, die Aktien fielen daraufhin um knapp 4 Prozent.

Lufthansa und Siemens überzeugen Aktionäre

Derweil habe die Lufthansa Börsen-Chart zeigen im wichtigen Sommerquartal nicht so schlecht wie befürchtet abgeschnitten, hieß es aus dem Markt. Am diesjährigen operativen Gewinnziel (bereinigtes Ebit) hält die Fluggesellschaft trotz des Flugbegleiter-Streiks und des Preiskampfes im Europaverkehr fest. Auch die Sparpläne der Lufthansa kamen an der Börse gut an. Die Titel gewannen knapp 5 Prozent.

Der Technologiekonzern Siemens Börsen-Chart zeigen übertraf im Schlussquartal seines Geschäftsjahres ebenfalls die Analystenerwartungen. Zudem wollen die Münchener die Dividende anheben. Börsianer störten sich allerdings etwas an vorsichtigen Aussagen zum neuen Geschäftsjahr. Siemens-Aktien stiegen um mehr als 3 Prozent.

Quartalszahlen veröffentlichten zudem der Baustoffkonzern HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen und Munich Re Börsen-Chart zeigen – der Rückversicherer hatte allerdings schon im Oktober Eckdaten vorgelegt.


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Nikkei und Dow Jones kaum verändert

Nur wenig verändert und ohne eindeutige Richtung haben sich Asiens wichtigste Aktienmärkte am Donnerstag präsentiert. Der Tokioter Leitindex Nikkei
Börsen-Chart zeigen
schloss 0,11 Prozent höher bei 23.330,32 Punkten. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen gewann zuletzt 0,06 Prozent. In der Sonderverwaltungszone Hongkong notierte der Hang-Seng-Index Börsen-Chart zeigen kurz vor Handelsschluss 0,37 Prozent tiefer.

Auch in den USA setzt sich die Stagnation auf hohem Niveau zur Wochenmitte fort. Der Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
zeigte sich am Mittwoch mit 27.492,56 Punkten letztlich unbewegt. Am Vortag war der US-Leitindex zunächst noch auf ein Rekordhoch gestiegen, hatte die Gewinne anschließend aber wieder eingebüßt. Der den breiteren Markt widerspiegelnde S&P 500, der am Montag ein Rekordhoch erklommen hatte, lag am Ende mit 0,07 Prozent im Plus bei 3076,78 Punkten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq Börsen-Chart zeigen gab nach einem Rekordhoch am Vortag um 0,17 Prozent auf 8196,03 Punkte nach.

Euro fällt auf Dreiwochentief

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag im frühen Handel nachgegeben. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1055 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt vor gut drei Wochen. Der Dollar konnte im Gegenzug zu vielen Währungen etwas zulegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1090 Dollar festgesetzt.

Am Markt wurde die Dollar-Stärke mit neuerlichen Zweifeln an einer raschen Teileinigung zwischen den USA und China im Handelsstreit erklärt. Nach Medienberichten tun sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt schwer, einen geeigneten Ort und einen passenden Termin zur Unterzeichnung des Abkommens zu finden. Der US-Dollar wurde daher etwas stärker als sicherer Hafen angesteuert.

An Konjunkturdaten stehen am Donnerstag Produktionsdaten aus der deutschen Industrie im Fokus. Mit Spannung wird erwartet, ob sich das verarbeitende Gewerbe etwas von den Belastungen durch die schwächere Weltwirtschaft und die vielen politischen Risiken erholen kann. Zudem wird die EU-Kommission neue Wirtschaftsprognosen veröffentlichen.

Ölpreise stabil nach Vortagsverlusten

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nach deutlichen Verlusten am Vortag zunächst stabilisiert. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 61,71 US-Dollar. Das waren drei Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg hingegen geringfügig auf 56,37 Dollar.

Zur Wochenmitte wurden die Erdölpreise durch zwei Entwicklungen belastet. Zum einen hatte das US-Energieministerium einen starken Anstieg der amerikanischen Rohölvorräte gemeldet. Gerade im aktuellen Umfeld einer konjunkturbedingt schwächeren Nachfrage stellt dies eine Belastung für das Preisniveau am Ölmarkt dar.

Zum anderen gab es Äußerungen, die eine weitere Produktionskürzung durch das Ölkartell Opec und mit ihm verbündete Staaten zweifelhaft erscheinen lassen. So hat Russlands Energieminister Alexander Nowak den Rohölmarkt als tendenziell ausgeglichen und das Preisniveau als angemessen bezeichnet. Die Ölstaaten treffen sich Anfang Dezember, um über ihre Förderpolitik zu beraten. Fachleute drängen angesichts einer schwächeren Nachfrage und einer hohen US-Produktion auf eine Förderkürzung.

mit Nachrichtenagenturen

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