Börse: Dax schließt knapp unter 13.000 Punkten

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Der Dax nähert sich erneut der Marke von 13.000 Punkten. Jobdaten aus den USA verleihen Dax und Dow Jones neuen Schub, die Nasdaq steigt auf Rekordhoch. Aktien von Apple, Infineon und Continental steigen deutlich.

Beflügelt von überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag die Marke von 13.000 Punkten erneut ins Visier genommen. Auch an den übrigen Börsen Europas und der Wall Street kamen die Anleger in Kauflaune. Der deutsche Leitindex lag zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) 0,7 Prozent im Plus bei 12.961 Punkten, der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 3625 Zähler. Auch die US-Börsen legten zu.

Der US-Arbeitsmarkt bleibt dynamisch: Im Oktober schufen US-Firmen mit 128.000 neu geschaffenen Jobs mehr Arbeitsplätze als erwartet. Zugleich wurde die Zahl für September auf 180.000 von 136.000 kräftig nach oben revidiert. „Die US-Wirtschaft bleibt der Fels in der Brandung“, kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Bislang habe die US-Wirtschaft den anhaltenden Handelskonflikt mit China erstaunlich gut weggesteckt.

128.000 neue Jobs in USA: Dollar legt kräftig zu

Anleger griffen angesichts der ermutigenden Daten zum US-Dollar: der Dollar-Index, der die Weltleitwährung zu anderen Währungen misst, stieg auf 97,41 von zuvor 97,27 Punkten. Das in Dollar notierte Gold musste hingegen Federn lassen. Das Edelmetall verbilligte sich um ein halbes Prozent auf 1506 Dollar die Feinunze.

Chinas Wirtschaft sendet starkes Lebenszeichen

Auch starke Konjunkturdaten aus China hellten die Stimmung zum Wochenschluss auf. Chinas Industrie wuchs im Oktober so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. „Das ist ein starkes Lebenszeichen der chinesischen Wirtschaft“, sagte Altmann. Ermutigend sei vor allem die wieder anziehende Export-Nachfrage, ergänzte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Offenbar wirkten sich die Ausnahmen bei und die Verschiebung von US-Strafzöllen positiv aus.

Dax auf Wochensicht knapp im Plus

Angesichts der jüngsten Schwächephase zeichnet sich für den Dax ein nur minimales Wochenplus ab. Den Monat Oktober hatte er indes nach einer dreiwöchigen Rally am Donnerstag mit einem satten Kurszuwachs von dreieinhalb Prozent beendet.

Seit Jahresbeginn 2019 steht aktuell ein Plus von rund 22 Prozent zu Buche. Damit hat der Dax seine heftigen Kursverluste aus dem Herbst 2018, als der Index binnen drei Monaten von 12.500 Punkten auf 10.500 Punkte eingebrochen war, wieder mehr als aufgeholt.

Wall Street mit Gewinnen: Apple schiebt Nasdaq auf Rekordhoch

Die Wall Street startete am Freitag mit Gewinnen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen legte ebenso wie der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen um 0,5 Prozent zu, die Tech-Börse Nasdaq erreichte damit ein neues Rekordhoch. Am Vortag hatte der Dow gut 0,5 Prozent verloren und den Monat Oktober mit einem Plus von rund 0,5 Prozent abgeschlossen. Vor allem die Gewinne auf Apple, die ein neues Rekordhoch markierten, stärkten die Kauflaune.

Ölwerte im Fokus

Aus Branchensicht könnten Ölwerte im Anlegerfokus stehen, da gleich beide Dow-Unternehmen aus diesem Sektor ihre Quartalszahlen vorgelegt haben. ExxonMobil musste im dritten Quartal erneut Federn lassen: Der Überschuss brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte ein, der Umsatz fiel kräftig. Dennoch übertraf der größte US-Ölkonzern beim Gewinn die Erwartungen der Analysten klar. Die ExxonMobil-Aktien notierten vorbörslich zuletzt 0,6 Prozent höher.

Kretinsky stockt Metro-Anteile auf

Bei den deutschen Unternehmen stand Metro im Rampenlicht. Der tschechische Milliardär und Großaktionär Daniel Kretinsky stockte seine Beteiligung am Handelskonzern auf 29,99 Prozent auf. Es überrasche, dass sich Kretinsky weiter für Metro interessiere, nachdem seine Offerte von 16 Euro je Aktie gescheitert sei, sagte ein Börsianer. Metro-Aktien legten 1,2 Prozent auf 14,76 Euro zu.

Ebenfalls fester notierten Stahlwerte, nachdem der US-Konzern United States Steel im dritten Quartal geringere Verluste einfuhr als befürchtet. ArcelorMittal gewannen 2,8 Prozent, ThyssenKrupp 2,3 und Salzgitter zwei Prozent. United States Steel notierten vorbörslich rund vier Prozent höher.

In London brachen Lookers dagegen um zwölf Prozent ein. Der britische Autohändler, der unter anderem Fahrzeuge von BMW und Volkswagen vertreibt, senkte zum zweiten Mal binnen vier Monaten seine Gesamtjahresziele und rechnet nun mit einem Gewinneinbruch um zwei Drittel.

Aktie von Delivery Hero fällt nach Zahlen weiter ab

Derweil verlor Delivery Hero Börsen-Chart zeigen am MDax-Ende weitere knapp zwei Prozent, nachdem die Commerzbank ihr Kaufvotum gestrichen hatte. Zwar belegten die Quartalszahlen vom Vortag und das erneut angehobene Umsatzziel das starke Wachstum des Essenslieferanten, räumte Analyst Stephan Klepp ein. Doch dieses Wachstum koste Geld und lasse die Verluste weiter steigen, weshalb ihn die Resultate nicht beeindruckten. Das hatte der Markt ähnlich gesehen: Schon am Donnerstag war die Aktie knapp 5 Prozent schwächer aus dem Handel gegangen.

An der New Yorker Börse hatte am Vortag wieder aufkeimende Zweifel an einer Entspannung im chinesisch-amerikanischen Zollstreit Anleger von Engagements abgehalten. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schloss am Donnerstag 0,5 Prozent tiefer auf 27.046 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gab 0,1 Prozent auf 8292 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 3037 Punkte ein.

Euro stabil

Der Euro hat sich am Freitag zunächst kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1160 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1154 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenausklang richten sich die Blicke an den Finanzmärkten in Richtung USA. Dort werden am Nachmittag wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht. Zum einen stellt die Regierung ihren monatlichen Arbeitsmarktbericht vor. Zum anderen präsentiert das Institut ISM seinen Einkaufsmanagerindex für die Industrie. Die Unternehmensumfrage gilt als verlässliches Konjunkturbarometer für die größte Volkswirtschaft der Welt.


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Ölpreise bewegen sich kaum

Die Ölpreise haben sich am Freitag im frühen Handel zunächst kaum bewegt. Auf Wochensicht steuern sie aber auf deutliche Abschläge zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 59,63 US-Dollar. Das war in etwa so viel wie am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 12 Cent auf 54,30 Dollar.

In den vergangenen Tagen haben die Rohölpreise spürbar unter Druck gestanden. Ausschlaggebend waren unter anderem neuerliche Zweifel an einer grundsätzlichen Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Zusammen mit der schwächeren Verfassung der Weltwirtschaft trübt dies die Aussichten für die globale Ölnachfrage. Das belastet die Preise.

Zunehmende Zweifel gibt es auch am Zusammenhalt des Verbunds Opec+. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss der traditionellen Opec-Länder unter Führung Saudi-Arabiens und weiteren einflussreichen Ölproduzenten wie Russland. Gerade auf russischer Seite werden Stimmen lauter, die eher gegen weitere Förderkürzungen sprechen. Mit diesem Vorgehen hat der Verbund den Ölpreisverfall vor etwa einem Jahr gestoppt. Fachleute sehen die Notwendigkeit weiterer Kürzungen.

mit Nachrichtenagenturen

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