Nach der Rally: Wann knackt der Dax die 13.000-Punkte-Marke?

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Der Bulle regiert in Frankfurt: Der Dax hat am Donnerstag die Marke von 12.900 Zählern zeitweise übersprungen und noch scheinen die Anleger Appetit zu haben

Die Anleger bleiben am Ball: Der Dax könnte an die Rally des Vortages anschließen, die Marke von 13.000 Punkten ist nicht mehr weit. Im Fokus der Anleger stehen am Morgen zunächst die Aktien von United Internet und Infineon.

Der Dax dürfte am letzten Handelstag einer weiteren starken Börsenwoche kaum verändert starten. Händler berechneten den Leitindex zum Handelsstart am Freitag leicht fester auf 12.876 Punkte. Der EuroStoxx 50 wird ebenfalls nahezu unverändert erwartet.

Mit 12.914 Punkten war der Dax tags zuvor auf das höchste Niveau seit Juni vergangenen Jahres vorgestoßen. In seiner dritten Gewinnwoche in Folge gewann er bis dato rund 1,9 Prozent. Seit Anfang Oktober, als die jüngste deutliche Aufwärtsbewegung begann, sind es in der Spitze bisher 8,7 Prozent gewesen.

„Viele schauen nun bereits auf die nächste runde Marke von 13.000 Punkten“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. „Kurzfristig dürfte sie jedoch schwer zu erreichen sein. Aus technischer Sicht ist der Dax bereits überkauft und eine Korrektur überfällig.“

Einzelwerte im Dax könnten an diesem Morgen vor allem von Quartalsberichten und Zukunftsaussagen ihrer Wettbewerber bewegt werden. So hob der US-Chipkonzern Intel nach einem starken dritten Quartal seine Prognose für das gesamte Jahr an, was auf die Aktien von Infineon abstrahlen könnte. Am Morgen legte Infineon auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss weiter zu.

Aktionäre von Continental dürften auf den französischen Reifenhersteller Michelin schauen. Dieser hält zwar an seiner Jahresprognose fest, schaut aber inzwischen pessimistischer auf den Auto- und Lkw-Markt insgesamt. Die Conti-Papiere gaben vorbörslich leicht nach.

Dax-Neuling MTU legte indes eigene Quartalszahlen vor und bekräftigte seine Jahresziele. Die Anteile des Triebwerksbauers gaben daraufhin auf Tradegate nach. Allerdings waren sie erst Anfang September auf ein Rekordhoch geklettert.

Derweil verlässt Vorstandschef Hans Van Bylen den Konsumgüterkonzern Henkel . Er gibt Ende Dezember nach rund 35 Jahren im Unternehmen die Führung ab. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Carsten Knobel.

Wegen eines für 1&1 Drillisch nachteiligen Schiedsspruches rechnet der Telekomkonzern United Internet im laufenden Jahr für sich und seine Tochter nun mit einem geringeren operativen Ergebnis (Ebitda). Hintergrund ist ein Streit mit Telefonica Deutschland über rückwirkende Preissenkungen für den Zugang von 1&1 zu deren Netz. Beide büßten auf Tradegate vorbörslich kräftig ein.

In den Blick könnte zudem rücken, dass sich Rocket Internet am Kabelnetzbetreiber Tele Columbus beteiligt hat und seinen Stimmrechtsanteil innerhalb der nächsten zwölf Monate weiter erhöhen will. Die Investition – aufgebaut wurde ein bisher etwas mehr als zwölfprozentiger Anteil – dient laut der Beteiligungsgesellschaft dem strategischen Ziel, ein weltweites Netzwerk von Tech-Unternehmen auf- und auszubauen. Während die Papiere von Rocket auf Tradegate kaum reagierten, legten die von Tele Columbus deutlich zu.

Zudem könnten Analystenurteile bewegen. So strich die HSBC nach dem Kurssprung der Aktie von Kion Börsen-Chart zeigen infolge starker Quartalszahlen am Vortag ihre Kaufempfehlung. Die Commerzbank tat dasselbe bei Siltronic . Dabei wurde ebenfalls auf Kursgewinne verwiesen. Allerdings hieß es noch, dass die besser als befürchtet ausgefallenen Quartalszahlen durch einen etwas vorsichtigeren Ausblick getrübt worden seien. Beide MDax-Aktien zeigten sich auf Tradegate bereits schwächer.


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Euro kaum verändert

Der Euro hat sich am Freitag nur wenig bewegt und knapp über 1,11 US-Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1103 Dollar gehandelt und damit nahezu zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag etwas höher auf 1,1128 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Handel am Devisenmarkt. Im weiteren Tagesverlauf könnte aber noch wichtige Konjunkturdaten für mehr Bewegung sorgen. Auf dem Programm steht das Ifo-Geschäftsklima. Am Markt wird damit gerechnet, dass das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer im Oktober leicht gesunken ist. Am Nachmittag könnten außerdem Daten zum Konsumlima in den USA für neue Impulse sorgen.

Ölpreise leicht gesunken

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,32 US-Dollar. Das waren 35 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 36 Cent auf 55,87 Dollar.

Trotz der leichten Verluste steuern die Ölpreise auf den stärksten wöchentlichen Zuwachs seit einem Monat zu. Der US-Ölpreis konnte seit Montag um mehr als vier Prozent zulegen und der Brent-Preis um knapp vier Prozent. Stärkster Preistreiber war ein überraschender Rückgang der Ölreserven in den USA, der am Mittwoch von der US-Regierung gemeldet worden war.

mit Nachrichtenagenturen

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