Börse: Brexit-Verlängerung belastet den Dax

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Die jüngste Wende im Brexit-Drama verunsichert Anleger. Zudem lasten Kursverluste der Chipwerte auf der Stimmung. Besonders unter Druck stehen die Aktien von Infineon

Angesichts enttäuschter Hoffnungen auf eine baldige Lösung des Brexit-Dramas hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch moderate Verluste erlitten. Wenige Minuten nach Handelsbeginn sank der Leitindex Dax
Börsen-Chart zeigen
um 0,31 Prozent auf 12.715,09 Punkte. Noch in der Vorwoche war er erstmals seit August vergangenen Jahres wieder über 12.800 Punkte geklettert.

Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader sprach von einem kleinen Rücksetzer nach dem starken Wochenauftakt. Doch „solange sich der Dax über der Marke von 12.500 Punkten halten kann, bleibt der kurzfristige Ausblick aus charttechnischer Sicht positiv“.

Der MDax Börsen-Chart zeigen für mittelgroße Werte verlor am Mittwochmorgen 0,58 Prozent auf 26.092,71 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen sank um 0,41 Prozent auf 3590,20 Zähler.

Beim Abschied Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) stehen die Zeichen auf eine erneute Verschiebung. Der 31. Oktober als Wunschtermin von Premierminister Boris Johnson ist nach einem nervenaufreibenden Auf und Ab bei Abstimmungen im britischen Unterhaus wohl nicht mehr zu halten: Die Abgeordneten billigten am Dienstagabend zwar Johnsons Gesetzesrahmen für den Brexit-Deal im Grundsatz, ließen seinen straffen Zeitplan für die Brexit-Beratungen aber durchfallen.

Daraufhin legte Johnson das gesamte Gesetzgebungsverfahren zum EU-Austritt auf Eis. Er muss nun wider Willen erneut das Gespräch mit Brüssel suchen. EU-Ratspräsident Donald Tusk kündigte noch am Dienstagabend an, er wolle den 27 übrigen Mitgliedsländern empfehlen, der Bitte um eine Fristverlängerung nachzukommen – auch um einen ungeregelten britischen Austritt zu verhindern.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen mit einem Kursminus von 3,5 Prozent. Die Aktien des Chipdesigners Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen und des Zulieferers Siltronic verloren bis zu 3,8 Prozent. Hintergrund war Börsianern zufolge der Umsatz- und Gewinnrückgang beim US-Konkurrenten Texas Instruments Börsen-Chart zeigen. Dessen Aktien waren im nachbörslichen US-Handel um knapp 10 Prozent eingebrochen.


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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Vortag 0,2 Prozent auf 26.788 Punkte verloren. Der technologielastige Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 8104 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,4 Prozent auf 2995 Punkte ein.

Der japanische Nikkei-Index setzte seine Rally dagegen am Mittwoch fort und gewann 0,3 Prozent auf 22.625 Zähler. Unter Verkaufsdruck stand allerdings Softbank mit einem Kursminus von 2,5 Prozent. Nach dem geplatzten Börsengang von WeWork übernimmtder japanische Technologiekonzern den Büroraum-Vermieter für zehn Milliarden Dollar.

Der Euro und das britische Pfund haben am Mittwoch an die Kursverluste vor Vortag angeknüpft. Nachdem das Tauziehen um einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU am Vortag noch deutlich belastet hatte, ging es mit den Kursen am Morgen nur noch leicht nach unten. Der Euro wurde bei 1,1120 US-Dollar gehandelt und damit geringfügig tiefer als am Vorabend.

Die Ölpreise sind am Mittwoch gefallen. Vorausgegangen war ein erneuter Anstieg der Ölreserven in den USA. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 59,43 US-Dollar. Das waren 27 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 40 Cent auf 54,08 Dollar.

mit Nachrichtenagenturen

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