Börse: Dax legt deutlich zu, Wirecard und Deutsche Bank im Plus

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Das schier endlose Brexit-Theater kann Anlegern nicht mehr die Laune verderben. Der Dax klettert am Montag zeitweise über die Marke von 12.700 Punkten und notiert damit nur knapp unter seinem 12-Monats-Hoch. Im Handelsstreit zwischen USA und China gibt es positive Signale.

Nach dem schwächeren Wochenausklang ist der Dax
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am Montag wieder mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex baute am Vormittag seine Gewinne auf 0,6 Prozent aus und kletterte wieder über die Marke von 12.700 Zählern. Mit 12.814 Punkten war der Dax am Donnerstag auf ein 14-Monats-Hoch geklettert. Nach zwischenzeitlich fast 7 Prozent Plus in rund zwei Handelswochen kam er dann aber etwas zurück. Zu den größten Gewinnern gehörten bis Montag Mittag die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen zwischen 3 und 5 Prozent. Auch die Aktie von Lufthansa Börsen-Chart zeigen legte deutlich zu.

Handelsstreit USA und China: Teil-Abkommen wohl unterschriftsreif

Wieder wachsende Hoffnungen auf eine Entschärfung im Zollstreit zwischen den USA und China geben den europäischen Börsen Auftrieb. Die USA und China äußerten sich zuversichtlich, das ausgehandelte Teil-Abkommen Mitte November zu unterzeichnen. Der chinesische Vize-Ministerpräsident und Chefunterhändler Liu He sagte, beide Seiten hätten in vielen Bereichen große Fortschritte gemacht. Die Experten der Rabobank warnten allerdings, dass die Unterschrift den Konflikt nicht abschließend lösen werde. Da wichtige Streitpunkte wie der Schutz geistigen Eigentums oder der Zugang zu den chinesischen Finanzmärkten weiterhin ungeklärt seien, müsse mit erneuten Spannungen gerechnet werden.

Brexit-Theater geht weiter

„Am Aktienmarkt ist die Stimmung weiterhin deutlich besser als die Lage“, kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. „Die abermalige Verschiebung der Brexit-Abstimmung lässt die Anleger kalt. An der Börse dominiert die Zuversicht, dass Boris Johnsons Deal kurzfristig angenommen wird“, sagte er.

Bereits am Montag könnte das britische Parlament über den Brexit-Deal abstimmen – sofern zuvor ein Ratifizierungsgesetz verabschiedet wird.

SAP stellt Quartalszahlen vor

Unter den Einzelwerten dürften an diesem Morgen eine ganze Reihe an Unternehmen Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Bei SAP Börsen-Chart zeigen etwa steht vor allem die neue Führungsriege im Blick, nachdem die finalen Quartalszahlen die guten vorläufigen bestätigten. Nach dem überraschenden Rücktritt von Bill McDermott vor gut einer Woche haben Jennifer Morgan und Christian Klein übernommen. Die beiden neuen Vorstandschefs wollen den Software-Konzern weiter auf Effizienz trimmen und betonten außerdem, dass ihnen „Kontinuität wichtig“ sei. Erst am 12. November zum Kapitalmarkttag wollen sie aber genauer informieren, wie sie den Konzern künftig führen werden. Dann soll es auch Aussagen zum Thema Aktienrückkäufe geben. Die SAP-Aktien stiegen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich Xetra-Börsenschluss um knapp 1 Prozent.


Wirecard beauftragt Sonderprüfer

Der stark in die Kritik geratene Zahlungsdienstleister Wirecard Börsen-Chart zeigen will nun doch Vorwürfe rund um seine Bilanzierungspraktiken mit einer Sonderprüfung ausräumen. Vorstand und Aufsichtsrat hätten sich entschlossen, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung zu beauftragen, hieß es seitens des Unternehmens. Damit sollen alle Vorwürfe der „Financial Times“ umfassend und unabhängig aufgeklärt werden. Über das Wochenende hatte es Verwirrung darum gegeben, ob Wirecard sich zu einem solchen Schritt durchringt oder nicht. Die Wirecard-Aktie kletterte im frühen Handel um 4 Prozent.

Die kurzfristig ausgeweiteten Warnstreiks der Flugbegleiter, die am Sonntag bei verschiedenen Gesellschaften des Lufthansa -Konzerns zu rund 100 Flugausfällen geführt hatten, könnten die Anteilsscheine der Fluggesellschaft belasten.


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Sartorius mit guten Quartalszahlen

Im MDax Börsen-Chart zeigen dürften die Papiere der Aareal Bank und des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius steigen. Sartorius Börsen-Chart zeigen meldete glänzend gelaufene Geschäfte mit biopharmazeutischen Produkten im dritten Quartal und ist nun auch optimistischer für das Gesamtjahr geworden.

Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank gibt Kreisen zufolge dem Druck eins aktivistischen Investors nach und erwägt den Verkauf seiner IT-Dienstleistungstochter Aareon. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Vor einigen Wochen hatte der Hedgefonds Teleios Capital Partners Kreisen zufolge das Aareal-Management aufgefordert, genau dies zu tun.

Osram im Blick: AMS startet neuen Versuch zur Übernahme

Auch Osram dürften im Blick stehen, denn der österreichische Sensorspezialist AMS startet einen neuen Anlauf zur milliardenschweren Übernahme des Lichtkonzerns. Das Gebot soll wie die gescheiterte Offerte bei 41 Euro je Aktie liegen. Zugleich aber wurde die Mindestannahmeschwelle auf 55 Prozent der Osram-Anteile gesenkt. Der erste Anlauf war erst kürzlich daran gescheitert, dass AMS die selbst gesetzte Mindestschwelle von 62,5 Prozent der Anteile verfehlt hatten.

Japans Börse knapp im Plus

Hoffnungen auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China stützen die asiatischen Börsen. Die Aussicht auf einen weiteren Akt im Brexit-Drama dämpfte die Kauflaune allerdings. Der japanische Nikkei
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stieg am Montag um 0,3 Prozent auf 22.552 Punkt, während die Börse in Shanghai 0,4 Prozent auf 2927 Zähler verlor.

Die USA und China äußerten sich am Wochenende zuversichtlich, das ausgehandelte Teil-Abkommen Mitte November zu unterzeichnen. Der chinesische Vize-Ministerpräsident und Chefunterhändler Liu He sagte, beide Seiten hätten in vielen Bereichen große Fortschritte gemacht. Anlagestratege Sean Darby von der Investmentbank Jefferies bezeichnete Lius Aussagen als ermutigend. Da viele Anleger zudem auf hohen Bargeldbeständen säßen, die bis zum Jahresende angelegt werden müssten, könne in den kommenden Wochen mit Kursgewinnen gerechnet werden. Vor diesem Hintergrund griffen Anleger erneut zu japanischen Chip-Werten, deren Geschäft stark vom Handel mit China abhängt.

Euro kaum verändert

Der Euro
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hat sich am Montag nach deutlichen Kursgewinne der vergangenen Woche stabil gezeigt. Am Vormittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1158 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. In der vergangenen Woche war der Euro mit der Hoffnung auf einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU um mehr als ein Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1144 Dollar festgesetzt.

Während sich der Euro stabil halten konnte, musste das britische Pfund einen Teil der Gewinne der Vorwoche abgeben. Nachdem der Kurs in der Nacht zum Montag zeitweise bis auf 1,2875 Dollar gefallen war, konnte sich das Pfund zuletzt aber wieder etwas erholen und wurde bei 1,2932 Dollar gehandelt.

Das Tauziehen um einen geregelten Brexit bleibt ein bestimmendes Thema am Devisenmarkt. Im Verlauf des Tages wird das britische Parlament möglicherweise über das zwischen Premierminister Boris Johnson und der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen abstimmen. Die Entscheidung darüber will Parlamentspräsident John Bercow am späten Nachmittag im Unterhaus in London bekanntgeben. Gibt er den Weg dafür frei, könnten die Abgeordneten noch am selben Tag abstimmen.

Nach Einschätzung des Devisenexperten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank ist die Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden harten Brexit erstmal gebannt. Eine schnelle Lösung im „Brexit-Theater“ wird von Leuchtmann aber auch als „eher unwahrscheinlich“ bezeichnet. Sollte das Brexit-Abkommen im Parlament keine Mehrheit bekommen, sei mit einer Verlängerung des Auftrittsdatum über den 31. Oktober hinaus zu rechnen, sagte Leuchtmann.

mit dpa und reuters

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