Börse: Dax vor Brexit-Abstimmung im Plus

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Großbritannien und die Europäische Union haben im Brexit-Streit einen Durchbruch erzielt. Ob das britische Parlament am Samstag dem Deal zustimmt, ist jedoch offen. Der Dax notiert leicht im Plus, Autowerte legen zu. Die Aktie von Wirecard gibt dagegen weiter nach.

Am Tag vor der Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus halten sich Anleger mit Engagements an den europäischen Aktienmärkten zurück. Es sei weder klar, ob das Parlament dem neuen Austrittsabkommen zustimmen werde, noch wie es nach einer Ablehnung weitergehe, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Vor diesem Hintergrund kamen Dax
Börsen-Chart zeigen
und EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen am Freitag kaum vom Fleck. Am Vormittag notierten sie bei 12.663 und 3587 Punkten. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2893 Dollar und 1,1586 Euro.

Tags zuvor war der Dax auf einen weiteren Höchststand seit August vergangenen Jahres geklettert. Bei 12.814 Punkten setzten dann Gewinnmitnahmen ein, so dass das deutsche Börsenbarometer nun wieder um das vorherige Jahreshoch von Anfang Juli kämpfen dürfte. Der Gewinn der vergangenen vier Handelstage betrug zuletzt 1,3 Prozent. Seit dem Start seiner Erholung vor etwas mehr als zwei Wochen ist der Index um 6,3 Prozent gestiegen.

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von jeweils rund 1 Prozent, während die Aktien von Beiersdorf Börsen-Chart zeigen und Wirecard Börsen-Chart zeigen weiter nachgaben. Die Aktie des Zahlungsabwicklers Wirecard fiel nach den erneuten Vorwürfen der Financial Times von Mitte der Woche am Freitag unter die Marke von 120 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit 6 Monaten. Im Frühjahr war sie zeitweise bis auf 100 Euro abgesackt, hatte sich dann aber wieder deutlich erholt.

Parlament stimmt am Samstag über Brexit-Deal ab

Der britische Premierminister Boris Johnson und die EU hatten sich am Donnerstag auf einen Brexit-Deal geeinigt. Allerdings formierte sich im Unterhaus umgehend Widerstand gegen die Einigung. „Für Johnson ist vom großen Sieg bis hin zur vernichtenden Niederlage alles möglich“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Waffenruhe in Nordsyrien

Mit Erleichterung reagierten Anleger auf die von den USA und der Türkei vereinbarten Waffenruhe in Nordsyrien. Der Leitindex der Istanbuler Börse stieg zeitweise um knapp vier Prozent. Die Nachfrage nach türkischen Anleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel um fast einen ganzen Prozentpunkt auf 14,1 Prozent. Die Währung des Landes war ebenfalls gefragt. Dollar und Euro verbilligten sich um jeweils etwa 1,5 Prozent auf 5,7425 und 6,3820 Lira.

Munich Re rechnet mit steigenden Gewinnen

Die Titel der Münchener Rück stiegen dagegen um bis zu 1,8 Prozent auf ein 17-1/2-Jahres-Hoch von 249,60 Euro. Der Rückversicherer rechnet angesichts eines Quartalsgewinns von etwa 850 Millionen Euro damit, sein Ziel eines Gesamtjahres-Ergebnisses von 2,5 Milliarden Euro zu übertreffen.

Handelskrieg zwischen China und den USA

Auch Daten aus China machen den Anlegern keine Freude: Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich unerwartet stark auf den niedrigsten Stand seit fast 30 Jahren verlangsamt. Als Ursachen nannten Experten insbesondere den Handelskrieg zwischen China und den USA – und auch hier gibt es bislang keinen Durchbruch.

Beim Blick auf die Branchen dürften mal wieder die Autowerte erhöhte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nachdem der französische Autobauer Renault seine Jahresziele gekappt hatte. Die Aktien von BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen verloren nach einem pessimistischen Ausblick des französischen Konkurrenten bis zu 2,3 Prozent. Schwerwiegender als die niedrigere Umsatzprognose sei das auf fünf von sechs Prozent gekürzte Margenziel, sagte ein Börsianer.

Die Anteilsscheine von Osram Börsen-Chart zeigen indes könnten wegen erneut aufgeflammter Übernahmehoffnungen steigen. Der Aufsichtsrat des österreichischen Sensorspezialisten AMS wolle an diesem Tag während seiner Sitzung auch über ein mögliches neues Gebot für den deutschen Lichtspezialisten sprechen, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Nachdem jüngst das Übernahmeangebot von AMS über 41 Euro je Aktie an der Mindestannahmeschwelle von 62,5 Prozent gescheitert war, wäre es denkbar, dass die Schwelle gesenkt wird.


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Auch Umstufungen könnten bewegen. So empfiehlt die Privatbank Berenberg die Aktie Gelb nun zum Kauf. Die Aussicht für die Deutschen Post Börsen-Chart zeigen habe sich deutlich verbessert und die Sicht in die Zukunft sei klarer geworden, schrieb Analyst William Fitzalan Howard und hob zudem das Kursziel auf 38 Euro an.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs empfiehlt indes nun die Papiere der Software AG Börsen-Chart zeigen zum Kauf und hob das Kursziel auf 36 Euro an. Analyst Gautam Pillai sieht inzwischen positive Anzeichen für eine Kehrtwende bei dem Darmstädter Software-Konzern und verwies er auf eine ermutigende Dynamik in der Umstrukturierung.

Euro stabil – Pfund schwächer

Der Euro hat sich am Freitag im frühen Handel stabil präsentiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1125 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1113 Dollar festgelegt.

Etwas schwächer tendierte das britische Pfund. Am Donnerstag hatte die Währung Großbritanniens zusammen mit dem Euro zeitweise deutlich von dem Brexit-Kompromiss zwischen der EU und Großbritannien profitiert. Das Pfund war auf den höchsten Stand seit Mai gestiegen, während der Euro so viel kostete wie seit Ende August nicht mehr. Die Gewinne konnten aber nicht vollständig gehalten werden.

Öl gibt nach

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel leicht gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 59,57 Dollar. Das waren 34 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 15 Cent auf 53,78 Dollar.

Händler nannten vor allem die Aussicht auf eine schwächere Rohölnachfrage als Grund für die Preisabschläge. Verwiesen wurde auf das chinesische Wirtschaftswachstum im dritten Quartal, das schwächer ausfiel als erwartet. Unlängst hatte bereits die Internationale Energieagentur IEA ihre Erwartungen für die Erdölnachfrage reduziert.

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