Börse: SAP-Kursrally treibt Dax an

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Hoffnungen auf einen Durchbruch im Handelsstreit treiben den Dax. Ein Gutteil der Dax-Gewinne geht auch auf die Kursrally des Index-Schwergewichts SAP zurück. Aktien von Hugo Boss hingegen brechen zweistellig ein.

Gewachsene Zuversicht im US-chinesischen Handelskonflikt und ein Kurssprung bei SAP haben dem Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag weiteren Rückenwind gebracht. Bis zum Mittag baute der Leitindex seine Gewinne mit 12.398 Punkten auf deutliche 1,92 Prozent aus. Er näherte sich damit wieder der Marke von 12.400 Punkten, über der er letztmals zum Montagswechsel gelegen hatte. Damit steuert der Index auf den größten Tagesgewinn seit Mitte Juni zu.

Als wichtigster Antreiber galten positive Äußerungen von Donald Trump zum Verlauf der Handelsgespräche mit China. Die Verhandlungen liefen „wirklich gut“, sagte der US-Präsident. „Aktuell sieht es ganz danach aus, als könne ein ‚Mini-Deal‘ abgeschlossen werden“, sagte Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Sie stellt zwar den echten Durchbruch bei einem solchen Abkommen in Frage. Entscheidend sei aber, dass ein Teil-Abkommen eine weitere Runde von Zollerhöhungen verhindern dürfte.

Börsenexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sieht „Optimismus an allen Fronten“, zumal es auch Fortschritte in den Brexit-Gesprächen gebe. Großbritannien und die EU haben am Freitag beraten, ob doch noch rechtzeitig vor dem Austrittstermin am 31. Oktober ein Abkommen vereinbart werden kann. „Die Wahrscheinlichkeit für einen geordneten Brexit war in den vergangenen Monaten nie höher als aktuell“, sagte Altmann.

Der MDax
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hinkte dem Dax angesichts eines Kurseinbruchs bei den Aktien von Hugo Boss
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hinterher. Der Heimatindex der mittelgroßen deutschen Werte stieg um 0,64 Prozent auf 25 481,44 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
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brachte es zuletzt mit 3541,04 Punkten auf ein Plus von 1,35 Prozent.


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Chefwechsel – Aktien von SAP gewinnen fast 8 Prozent

Neben dem Handelsstreit prägten den Dax vor allem starke Kursgewinne bei SAP Börsen-Chart zeigen. Der Software-Konzern sorgte mit dem Rücktritt des bisherigen Chefs Bill McDermott für einen Paukenschlag. Seine Nachfolge mit einem Führungsduo aus den Vorstandsmitgliedern Jennifer Morgan und Christian Klein kam am Markt aber ebenso positiv an wie die überraschend guten Zahlen zum dritten Quartal. Die Aktien schnellten um mehr als 7,8 Prozent hoch.

Allgemein waren konjunkturempfindliche Branchen gefragt, allen voran der Technologiesektor, der durch SAP mitgestützt wurde. Aus der Branche gehörten die Papiere des Chipkonzerns Infineon Börsen-Chart zeigenmit 2,6 Prozent zu den Gewinnern. Deutlicher nach oben ging es auch für Bank- und Autoaktien, wie die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigenund Volkswagen Börsen-Chart zeigenmit Anstiegen um 3,3 respektive 2,9 Prozent zeigten.

Hugo Boss: Aktie stürzt in der Spitze um 13 Prozent

Anders war die Lage beim Modekonzern Hugo Boss Börsen-Chart zeigen, der seine Aktionäre nach einem schwachen dritten Jahresviertel mit einer herben Gewinnwarnung verschreckte. Die Aktien brachen im MDax um 13 Prozent ein. Abstufungen der Papiere durch zahlreiche Analysehäuser waren die direkte Folge. Adidas Börsen-Chart zeigengehörten im Schlepptau mit 0,3 Prozent zu den wenigen Verlierern im Dax.

Auch bei dem jüngst erst in den MDax aufgestiegenen Großküchenausstatter Rational Börsen-Chart zeigenkommt es bald zum Abschied eines hochrangigen Managers. Finanzchef Axel Kaufmann wird zum Ende des Jahres aus dem Vorstand ausscheiden. Zunächst werde der Vorstandsvorsitzende Peter Stadelmann seine Aufgaben übernehmen, hieß es. Die Aktie reagierte darauf negativ mit einem Abschlag von 0,7 Prozent.

Eckdaten gab es zudem noch von der Shop Apotheke . Diese kamen relativ gut an, es ging für die Aktie im Kleinwerte-Index SDax marktkonform um 1 Prozent hoch. Als Treiber galt hier, dass der Online-Medikamentenhändler nach neun Monaten auf gutem Weg zu seinem Umsatz-Jahresziel ist.

Inflation auf niedrigstem Stand seit Februar 2018

Gesunkene Energiepreise haben die Teuerungsrate in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit Februar 2018 gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit und bestätigte damit vorläufige Angaben. Im August hatte die Rate noch bei 1,4 Prozent gelegen. Vor allem für Energie (minus 1,1 Prozent) mussten die Menschen weniger ausgeben als noch ein Jahr zuvor. Gegenüber August 2019 blieben die Verbraucherpreise im September unverändert.

Explosion auf iranischem Öltanker – Ölpreise legen zu

Die Ölpreise haben am Freitag die Gewinne aus dem frühen Handel nach Meldungen über eine Explosion auf einem iranischen Öltanker deutlich ausgebaut. Am Morgen sprang der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) in kurzer Zeit auf ein Tageshoch bei 54,57 US-Dollar. Zuvor war US-Öl noch bei 53,80 Dollar gehandelt worden.

Zeitgleich legte auch der Preis für Rohöl aus der Nordsee deutlich zu. Bei der Sorte Brent wurde in der Spitze ein Preis von 60,33 Dollar erreicht, nachdem ein Fass zuvor 59,40 Dollar gekostet hatte.

Der Anstieg der Ölpreise erfolgte, nachdem das iranische Ölministerium eine Explosion auf einem iranischen Öltanker im Roten Meer bestätigt hatte. Laut Ölministerium wurde das Schiff am Freitagmorgen 60 Seemeilen von der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda entfernt von zwei Raketen getroffen.

Es habe keine Verletzten gegeben und alle Besatzungsmitglieder seien wohlauf, so das Ministerium laut Nachrichtenagentur IRNA. Auch die Schäden seien gering und die Crew habe das Schiff wieder unter Kontrolle. Experten untersuchen jedoch weiterhin die Ursache der Explosion. Zu dem angeblichen Raketenangriff gab das Ölministerium keine weiteren Details bekannt.

Euro legt weiter zu

Der Euro
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hat am Freitag an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage angeknüpft und weiter zugelegt. Am Morgen stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1020 US-Dollar, nachdem sie in der Nacht an der Marke von 1,10 Dollar gehandelt worden war. Am Vortag hatte der Kurs bei 1,1034 Dollar zeitweise den höchsten Stand seit 20. September erreicht.

Seit Beginn der Woche hat der Euro damit etwa ein halbes Prozent an Wert gewonnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1030 (Mittwoch: 1,0981) Dollar fest.

Nach wie vor wird der Euro von einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten gestützt, nachdem sich die Hoffnung auf Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China verstärkt hatten.

Weitere leichte Kursgewinne gab es am Morgen auch beim britischen Pfund. Die Währung konnte am Vortag stark zulegen, nachdem der britische Premierminister Boris Johnson und der irische Regierungschef Leo Varadkar nach einem Treffen Chancen für ein Brexit-Abkommen gesehen hatten.

luk / dpa-afx

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