Börse: Autowerte stützen Dax, Handelsgespräche im Blick

0/50 Bewertungen

Heute starten die Handelsgespräche zwischen den USA und China in Washington. Der Dax pendelt um die Marke von 12.100 Punkten. Während die Aktien von VW und Daimler zulegen, bremsen Verluste bei RWE, SAP und Wirecard den Index.

Börsianer warten ab: Der Dax
Börsen-Chart zeigen
hat am Donnerstag keine klare Richtung gefunden und ist um die Marke von 12.100 Punkten gependelt. Um die Mittagszeit stand er knapp mit 0,1 Prozent im Plus bei 12 098 Punkten. Der MDax, der die mittelgroßen deutschen Werte umfasst, blieb am Donnerstag mit 25.148,53 Punkten deutlicher unter der Gewinnschwelle.

An diesem Donnerstag sollen neue Gespräche in Washington stattfinden, um eine Lösung im Handelsstreit zwischen China und USA zu finden. Dabei soll der chinesische Chefunterhändler Liu He auf den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin treffen. Laut Analyst Martin Güth von der LBBW wertet es der Markt derzeit schon als Fortschritt, wenn eine Verschärfung des Konflikts vorerst durch gegenseitige Zugeständnisse verhindert wird.

Volkswagen und Daimler im Plus

Zu den Gewinnern gehörten die Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen. Die US-Investment-Bank Goldman Sachs nahm die VW-Aktie wieder neu in das Bewertungsportfolio auf und empfahl das Papier mit einem Kursziel von 193 Euro zum Kauf. Auf Grund hoher Investitionen im Bereich Elektroautos traut George Galliers den Wolfsburgern in diesem Bereich die Marktführerschaft zu. Die fundamentale Situation bei den Wolfsburgern sei stark. Der Konzern reduziere seine Kosten und vereinfache seine Strukturen.

Ungebrochen optimistisch blicken am Donnerstag auch die Experten des Bankhauses Metzler auf die VW-Aktie. Mit einem unveränderten Kursziel von 250 Euro sehen sie auf dem aktuellen Kursniveau noch immer zwei Drittel Kurspotenzial. Deren Analyst Jürgen Pieper glaubt, dass VW die derzeitige Krise in der Autoindustrie besser meistern kann als die Wettbewerber

Tokioer Börse macht Satz nach oben

Die Börse in Tokio hat nach einem schwachen Auftakt angesichts von Medienberichten über Fortschritte bei den chinesisch-amerikanischen Handelsgesprächen einen Sprung nach oben gemacht. Nach einem Bericht der „New York Times“ will die US-Regierung das Embargo gegen den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei in Teilen aufheben, so dass der Konzern wieder mit bestimmten Bauteilen beliefert werden kann. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet zudem, dass die amerikanische und chinesische Regierung in Fragen der Währungen auf dem Weg zu einer Einigung seien.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen legte im Handelsverlauf kann 0,3 Prozent zu auf 21.529 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index sank allerdings um einen Prozent auf 1581 Punkte. Die Börse in Shanghai wuchs um 0,3 Prozent auf 2934 Zähler. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verbesserte sich um 0,2 Prozent aud 3852 Punke. Dagegen gab der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans zwei Prozent ab und kam auf 497 Punkte.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick.


Wirecard-Aktien unter Druck, TeamViewer startet Erholungsversuch

Außerdem bewegten einige Analystenstimmen die Kurse. Bei der nach dem Börsengang schwach gestarteten Aktie von Teamviewer sorgt es am Morgen für etwas Rückenwind, dass die Commerzbank Börsen-Chart zeigen ihnen eine Kaufempfehlung aussprach. Zuletzt legten sie 2,3 Prozent zu.

Für die zuletzt schwankungsreichen Wirecard-Aktien Börsen-Chart zeigen ging es um 1,6 Prozent nach unten. Goldman Sachs strich die Papiere am Donnerstag von der „Conviction Buy List“, weil Analyst Mohammed Moawalla innerhalb des Sektors attraktivere Investmentchancen sieht. Ferner hat Goldman die Vorzugsaktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen mit „Buy“ gestartet. Da blieb ein Anstieg der Papiere auch nicht aus, bis mittags verzeichneten die Aktien ein Plus von 1,5 Prozent auf 152 Euro.

Im MDax waren Hugo Boss Börsen-Chart zeigen mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent gefragt. Der Modekonzern profitierte nach einer zuletzt schwachen Kursentwicklung von ermutigenden Zahlen des Luxusgüterkonzerns LVMH Börsen-Chart zeigen, die im ganzen europäischen Sektor für Rückenwind sorgten.

Exporte sinken

Mit ein wenig Überraschung wurden die Zahlen, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag zum Export im August herausgab, aufgenommen. Zwar dürfte es kaum jemanden erstaunen, dass die Warenausfuhren angesichts des Handelsstreit zurückgingen, doch hatten Analysten nicht mit so einem deutlichen Minus gerechnet. Laut Bundesamt fielen die Ausfuhren um 1,8 Prozent zum Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 1 Prozent gerechnet. Dafür waren im Juli die deutschen Ausfuhren etwas stärker gestiegen als bisher bekannt. Das Bundesamt revidierte den Anstieg von zuvor 0,7 auf 0,8 Prozent.

Die Einfuhren ausländischer Waren stiegen im August wie erwartet um 0,5 Prozent im Monatsvergleich. Der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz betrug 16,2 Milliarden Euro. Von Experten war ein Überschuss von 18,8 Milliarden Euro erwartet worden.

Euro steigt leicht

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag an die Kursgewinne vom Vortag angeknüpft und ist weiter leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0988 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,0981 Dollar festgesetzt.

Die Hoffnung auf Fortschritte bei anstehenden Handelsgesprächen zwischen China und den USA sorgte am Morgen für eine insgesamt freundliche Stimmung an den Finanzmärkten, die auch den Eurokurs stützte. Kaum Auswirkungen auf den Handel am Devisenmarkt hatte das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed, das am Vorabend veröffentlicht worden war.

Die Mitglieder der US-Notenbank sahen laut dem Protokoll zuletzt wachsende Gefahren für die künftige wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Dies gelte vor allem für die Unsicherheit, die von Handelskonflikten und der schwächelnden Weltwirtschaft ausgehe.

Leichter Preisdruck bei Öl

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 58,23 US-Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um fünf Cent auf 52,54 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den leichten Preisdruck mit einem unerwartet starken Zuwachs der Ölreserven in den USA. In der vergangenen Woche waren die amerikanischen Lagerbestände an Rohöl nach Angaben der US-Regierung vom Vortag überraschend deutlich gestiegen. Steigende Ölreserven belasten in der Regel die Ölpreise, weil sie ein Hinweis auf eine geringere Nachfrage oder ein zu hohes Angebot sein können.

Im weiteren Handelsverlauf rücken anstehende Handelsgespräche zwischen den USA und China stärker in den Fokus am Ölmarkt. Trotz jüngster Spannungen streben die beiden größten Volkswirtschaften der Welt offenbar weiterhin ein Abkommen an, mit dem der Handelskonflikt entschärft werden kann.

mit dpa und reuters

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*