Börse: Dax steigt, neue Hoffnung im Handelsstreit

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Der Dax unternimmt einen Erholungsversuch und liebäugelt mit der Marke von 12.100 Punkten. Angeblich ist China bereit, einen teilweisen Deal mit den USA zu schließen – trotz der jüngsten Irritationen.

Europas Anleger trotzen Rezessionssorgen und der Furcht vor einem anhaltenden Handelskonflikt zwischen den USA und China. Für gute Stimmung sorgte Händlern zufolge ein Bericht, wonach China trotz der jüngsten Spannungen offen für ein Handelsabkommen mit den USA sei. Der Dax Börsen-Chart zeigen legte am Mittwoch ein Prozent zu auf 12.094 Punkte, der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewann 0,8 Prozent auf 3459 Zähler.

„Die Anleger sitzen derzeit zwischen zwei Stühlen“, sagte Timo Emden, Marktanalyst bei Emden Research. Der politische Schlingerkurs im Handelskonflikt sorge für ein Auf und Ab der Gefühle auf Investorenseite. „Je näher der Termin um die anstehenden Handelsgespräche heranrückt, desto größer dürfte die Anspannung und die damit einhergehende Zurückhaltung werden.“

Die Verhandlungen sind für Donnerstag und Freitag in den USA angesetzt. „Für die Börsen besteht ungeachtet des Ausgangs der Gespräche das Risiko, dass der Waffenstillstand erneut bricht und auf Sanktionen wieder Gegenmaßnahmen folgen, auf Strafzölle wieder Gegenzölle“, sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst beim Brokerhaus CMC Markets.

Zudem seien zahlreiche Streitpunkte offen. Dazu gehörten das geistige Eigentum und erzwungene Technologietransfers, Dumpingpreise und der Vorwurf der Währungsmanipulation, sagte er. Ein neuer Streitpunkt sind die jüngsten Visa-Beschränkungen der USA für chinesische Regierungsbeamte und Unternehmen, die in China umgehend auf Kritik stießen. „Die Gefahr von größeren Rückschlägen an den Aktienmärkten ist so groß wie schon lange nicht mehr“, sagte der Experte.

Adidas an der Dax-Spitze

Adidas stand mit einem Plus von 2,5 Prozent an der Dax-Spitze; auch Papiere von Wirecard legten über zwei Prozent zu, nachdem Anleger am Vortag noch negativ auf den Kapitalmarkttag des Unternehmens reagiert hatten.

Im MDax waren Qiagen mit einem 1,7-prozentigen Abschlag das Schlusslicht. Damit blieben die Aktien nach ihrem Kurseinbruch vom Dienstag wegen einer Umsatzwarnung unter Druck. Abstufungen durch die Deutsche Bank und Kepler Cheuvreux trugen nun zur anhaltend schlechten Stimmung unter den Anlegern bei.

Evotec dagegen mischten sich mit plus 2,1 Prozent unter die größten Gewinner der mittelgroßen Werte. Die Biotech-Firma hatte am Mittwoch eine Partnerschaft mit dem auf Präzisionsmedizin spezialisierten Unternehmen Celmatix bekannt gegeben. Das Bankhaus Lampe vermutet dahinter einen Deal zum gegenseitigen Austausch von Wissen und Arbeitskräften.


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Euro nach Verlusten am Vortag kaum verändert

Der Euro hat sich am Mittwoch nach den Kursverlusten vom Vortag stabilisiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0960 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0986 Dollar festgesetzt.

Am Vortag hatte die Aussicht auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU das britische Pfund und den Euro belastet. Die britische Regierung glaubt Medienberichten zufolge nicht mehr an einen Erfolg der Gespräche über ein EU-Austrittsabkommen.

Das Pfund legte nun zeitweise 0,6 Prozent zu auf 1,2290 Dollar, gab dann aber einen Großteil dieser Gewinne wieder ab. Einem Bericht der „Times“ zufolge ist die Europäische Union im Brexit-Streit zu einem „größeren Zugeständnis“ bereit. Dabei gehe es um die umstrittene Notfalllösung für Irland, mit der eine harte Grenze vermieden werden soll: Nordirland solle die Erlaubnis erhalten, nach einer gewissen Zeit aus dem „Backstop“ auszusteigen. EU-Diplomaten erklärten jedoch, der Bericht sei nicht wahr.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch leicht gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 58,06 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 19 Cent auf 52,44 Dollar.

Neue Daten zur Entwicklung der Ölreserven in den USA sorgten zunächst nicht für nennenswerte Preisreaktionen am Ölmarkt. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Anstieg der Lagerbestände um 4,13 Millionen Barrel verzeichnet hat. Am Nachmittag stehen die offiziellen Daten zu den Beständen an Rohöl der US-Regierung auf dem Programm, die am Ölmarkt stark beachtet werden.

mit dpa und reuters

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