Börse: Dax steigt wieder – Airbus-Aktie auch

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Pascal Rossignol/ REUTERS

10 Prozent Strafzoll gegen Airbus: Das liegt deutlich unter dem, was der US-Konkurrent Boeing für angemessen befunden hätte – die Aktie von Airbus steigt

Greift jetzt der Zollkrieg auch auf Europa über? Donald Trump hat Strafzölle für diverse Produkte aus der EU angekündigt, Frankreich droht mit Vergeltung. Börsianer müssen die neue Entwicklung am Freitag bewerten und ebenso mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktdaten. Im Fokus stehen zunächst die Aktien von Airbus.

Für den Dax Börsen-Chart zeigen zeichnet sich zum Wochenschluss vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht ein Stabilisierungsversuch ab. Händler berechneten am Morgen den Leitindex zum Handelsstart rund 0,49 Prozent fester auf 11.974 Punkte. Unterstützung kommt von der Wall Street, wo sich der US-Leitindex Dow Jones
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am Vortag – an dem in Frankfurt nicht gehandelt wurde – nach anfangs deutlicheren Verlusten berappelt hatte.

Im Mittelpunkt stehen dürfte der Handelsstreit zwischen den USA und der EU. Die USA hatten am Mittwoch Zölle auf Flugzeuge und andere EU-Importe wie Wein und Käse angekündigt. Sie hatten dafür grünes Licht von der Welthandelsorganisation WTO erhalten. In der EU stößt die Entscheidung auf Kritik. Frankreich drohte Vergeltungszölle an.

Für den Dax Börsen-Chart zeigen ging es in den ersten beiden Oktober-Handelstagen im Sog von Konjunktursorgen bereits um rund vier Prozent abwärts. Am Donnerstag zeigte sich in den USA zudem, dass die Industrieschwäche zunehmend auf die Dienstleister übergreift. Investoren setzen nun wieder stärker darauf, dass die US-Notenbank Fed der Wirtschaft und den Finanzmärkten mit weiteren Zinssenkungen unter die Arme greift.


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Zum Wochenschluss richten sich die Blicke auf den US-Arbeitsmarktbericht und ob die zunehmend trüben Konjunkturaussichten bereits Spuren am Jobmarkt hinterlassen haben. Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba gab sich gelassen: „Bislang gibt es keine Anzeichen für eine aufkommende Schwäche“. Er rechnet mit einer soliden Zunahme der Beschäftigung im September.

Bei den Einzelwerten dürften die Aktien von Airbus Group
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im deutschen Handel kräftig steigen. Der von den USA auf importierte Airbus-Flugzeuge erhobene Strafzoll von 10 Prozent liege deutlich unter dem, was der US-Konkurrent Boeing für angemessen befunden hätte, hieß es im Handel. Am Vortag hatte sich daraufhin an der Börse Euronext bereits Erleichterung breit gemacht, Papiere von Airbus hatten um gut 4 Prozent zugelegt. Auf Tradegate stieg der Kurs am Morgen um knapp fünf Prozent.


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Euro etwas schwächer, Ölpreise leicht erholt

Der Euro hat am Freitag im frühen Handel etwas schwächer tendiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0975 US-Dollar, nachdem sie am Vortag bis auf fast 1,10 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,0951 Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben sich am Freitag etwas von ihren deutlichen Verlusten in der laufenden Woche erholt. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 58,01 US-Dollar. Das waren 30 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 32 Cent auf 52,77 Dollar.

In dieser Woche haben die Rohölpreise deutlich nachgegeben. Ausschlaggebend waren schwache Konjunkturdaten aus aller Welt. An den Märkten rief besondere Besorgnis hervor, dass die Schwäche der Industrie auf den bisher stabilen Dienstleistungssektor übergreift. Dies zeigten Unternehmensumfragen der Institute ISM und Markit.

Die zunehmende Konjunkturschwäche trifft auf zahlreiche politische Risiken, was die Aussichten für die Ölnachfrage zusätzlich dämpft. Zu nennen sind in erster Linie die zahlreichen Handelskonflikte, die Unsicherheit rund um den Brexit und die anhaltenden Unruhen in Hongkong.

mit Nachrichtenagenturen

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