Verluste an der Börse: Dax taumelt abwärts, US-Industrie sorgt für Kursrutsch

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Nach dem Rückschlag vom Vortag taumelt der Dax weiter abwärts. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA treiben Anleger in die Flucht. Im Fokus stehen Aktien von VW und Covestro.

Der Kursrutsch geht am Mittwoch zunächst weiter: Nach den deutlichen Verlusten am Vortag hat der Dax auch am Mittwoch weiter nachgegeben und ist deutlich unter die Marke von 12.200 Punkten gefallen. Zuletzt notierte der Dax Börsen-Chart zeigen 0,8 Prozent schwächer bei 12.155 Punkten. Am Montagvormittag hatte der deutsche Leitindex noch bei knapp 12.500 Zählern notiert und verlor binnen 24 Stunden knapp 3 Prozent an Wert.

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien von Wirecard, Covestro und Deutscher Post: Die Aktie von Wirecard gab weitere 2 Prozent auf 141 Euro nach und hat binnen 14 Tagen rund 10 Prozent an Wert verloren.

Eine überraschend schlechte Stimmung in der US-Industrie hatte die Investoren am Vortag aus dem Markt getrieben. In Europa, New York und zur Wochenmitte auch in Asien verloren die Börsen daraufhin an Boden. Es sei offensichtlich, dass der US-chinesische Handelsstreit bereits großen Schaden angerichtet habe, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK.

Fundamental sehr schwer wiege auch, dass die Geschäfte in der deutschen Industrie so schlecht laufen wie zuletzt während der weltweiten Finanzkrise 2009, merkte Martin Utschneider, charttechnischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, an. Das Bild des Dax spiegele weiter die aktuell latenten Risiken wie Brexit, US-Handelszölle und globale Rezessionsgefahr wider.

Am Nachmittag stehen mit dem ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten US-Gewerbe im September neue Konjunkturdaten auf der Agenda. Sie gelten als ein Indikator für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der an diesem Freitag ansteht und der konjunkturelle Datenhöhepunkt der Woche sein dürfte. Vor diesen Zahlen könnten Anleger also in der Reserve bleiben.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick.


Der Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
fiel am Vortag aufgrund der enttäuschenden US-Konjunkturdaten auf den tiefsten Stand seit Anfang September. Letztlich verlor das Börsenbarometer 1,28 Prozent auf 26.573,04 Punkte und endete damit fast auf seinem Tagestief. Der marktbreite S&P 500 büßte 1,23 Prozent auf 2940,25 Punkte ein. Für den technologielastigen Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen ging es um 0,84 Prozent auf 7684,14 Zähler nach unten.

Die asiatischen Aktienmärkte schlossen sich der Wall Street an und gaben ebenfalls nach. Der japanische Nikkei-Index
Börsen-Chart zeigen
ging 0,49 Prozent tiefer bei 21.778,61 Punkten über aus dem Handel.

Euro hält sich über 1,09 Dollar

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Mittwoch kaum verändert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0933 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0898 Dollar festgesetzt.

Damit konnte der Euro die Kursgewinne vom Vortag halten. Nach den schwachen Konjunkturdaten aus den USA hatte der Euro am Dienstagnachmittag zu einer Erholung angesetzt, nachdem er zuvor unter 1,09 Dollar den tiefsten Stand seit Mai 2017 erreicht hatte.

Im weiteren Tagesverlauf wird am Devisenmarkt ein eher impulsarmer Handel erwartet. Es stehen kaum Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten.

Ölpreise erholen sich etwas von Vortagesverlusten

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch etwas von den Verlusten der vergangenen Handelstage erholt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 59,44 US-Dollar. Das waren 55 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 73 Cent auf 54,35 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den Anstieg der Ölpreise mit der jüngsten Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Vorabend hatte der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl verzeichnet. Sinkende Ölreserven haben oft steigende Ölpreise zur Folge. Am Nachmittag werden die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung erwartet, die für neue Impulse am Ölmarkt sorgen dürften.

Am Vortag hatten die WTI- und Brent-Preise unter dem Niveau von vor dem Preisschock von Mitte September gelegen, als ein Angriff auf Ölanlagen Saudi-Arabiens einen Großteil der Ölproduktion des führenden Opec-Landes lahmlegte. Jüngsten Meldungen zufolge konnte die saudische Produktionsmenge wieder nahezu vollständig wiederhergestellt werden.

mit Nachrichtenagenturen

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