Kursrutsch an der Börse: Dax stürzt, US-Jobdaten enttäuschen

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Börse in Frankfurt: Kursrutsch im Dax, Anleger fliehen

Nach dem Rückschlag vom Vortag taumelt der Dax weiter abwärts. In den USA haben Unternehmen im September zwar 135.000 neue Jobs geschaffen, dies war jedoch weniger als erwartet. Im Fokus stehen Aktien von VW und Covestro.

Der Kursrutsch geht am Mittwoch weiter: Nach den deutlichen Verlusten am Vortag hat der Dax auch am Mittwoch weiter nachgegeben und ist unter die Marke von 12.100 Punkten gefallen. Zuletzt notierte der Dax Börsen-Chart zeigen 1,5 Prozent schwächer bei 12.057 Punkten und nähert sich damit wieder der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Zählern. Am Montagvormittag hatte der deutsche Leitindex noch bei knapp 12.500 Zählern notiert und verlor binnen 24 Stunden mehr als 400 Punkte (knapp 3 Prozent) an Wert.

Der MDax
Börsen-Chart zeigen
, der die mittelgroßen deutschen Werte umfasst, büßte gegen Mittag rund 200 Punkte oder 0,8 Prozent ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen sank um 1,47 Prozent auf 3207 Punkte. Der Goldpreis in Dollar Börsen-Chart zeigen, der in den vergangenen drei Wochen deutlich nachgegeben hatte, zog unterdessen wieder an und legte 0,6 Prozent zu.

Auslöser der zurzeit schlechten Stimmung waren vor allem enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA, aber auch aus der Eurozone, die am Dienstag bereits belastet hatten. „Der Konjunkturoptimismus ist verflogen, der Druck wird größer, und die Gefahr speziell für zyklische Unternehmen nimmt drastisch zu“, kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank das Geschehen.

Stimmung in US-Industrie so schlecht wie seit 2009 nicht mehr

Eine überraschend schlechte Stimmung in der US-Industriehatte die Investoren am Vortag aus dem Markt getrieben. In Europa, New York und zur Wochenmitte auch in Asien verloren die Börsen daraufhin an Boden. Es sei offensichtlich, dass der US-chinesische Handelsstreit bereits großen Schaden angerichtet habe, schrieb Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK.

US-Jobdaten schwächer als erwartet – Dow und Nasdaq im Minus

Auch frische Zahlen vom US-Arbeitsmarkt belasteten die Stimmung. US-Unternehmen haben im September laut einer Erhebung des privaten Anbieters ADP rund 135.000 neue Jobs geschaffen. Damit blieben die Daten hinter den Erwartungen von knapp 150.000 zurück. Zudem wurden die Zahlen für August um 40.000 nach unten revidiert (jetzt 155.000 Jobs). Die US-Futures bauten nach Bekanntgabe der ADP-Daten ihre Verluste aus – sowohl Dow Jones Börsen-Chart zeigen als auch die Nasdaq Börsen-Chart zeigen dürften den Handel am Mittwoch erneut im Minus eröffnen.

Zu den größten Verlierern zählten im Dax die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen: Die Aktie gab weitere 2,3 Prozent auf knapp 142 Euro nach und verlor damit binnen 14 Tagen rund 10 Prozent an Wert.

Aktien von Autoherstellern stehen im Blick nach US-Absatzzahlen. Die Erfolgsserie von Volkswagen Börsen-Chart zeigen auf dem US-Markt ist vorerst beendet – die Wolfsburger erlitten dort einen Absatzeinbruch. Die Volkswagen-Vorzüge verbilligten sich um mehr als 1 Prozent.

Covestro, Wirecard und Adidas unter Druck

Mainfirst stufte die Aktien des Kunststoffherstellers Covestro Börsen-Chart zeigen und des Schmierstoffproduzenten Fuchs Börsen-Chart zeigen jeweils auf „Underperform“ ab. Beide Papiere reagierten darauf mit Abschlägen von viereinhalb beziehungsweise 3 Prozent. Covestro waren damit im Dax und Fuchs im MDax jeweils die Schlusslichter.

Der Finanzierungsdienstleister Grenke Börsen-Chart zeigen erhöhte die Prognose für das Neugeschäft im Kernsegment Leasing nach einem starken dritten Quartal. An der MDax-Spitze gewannen die Aktien fast 7 Prozent dazu.

Im Aufwind befanden sich zudem die Papiere der Medizintechnikkonzerne Drägerwerk Börsen-Chart zeigen und Carl Zeiss Meditec
Börsen-Chart zeigen
. Bei Drägerwerk lag das an einem Aktienrückkauf, die Aktien stiegen als Top-Wert im Nebenwerteindex SDax um mehr als 7 Prozent. Bei Carl Zeiss waren der Grund für den Kurszuwachs von bisher 3,3 Prozent starke Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr.


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Fundamental sehr schwer wiege auch, dass die Geschäfte in der deutschen Industrie so schlecht laufen wie zuletzt während der weltweiten Finanzkrise 2009, merkte Martin Utschneider, charttechnischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, an. Das Bild des Dax spiegele weiter die aktuell latenten Risiken wie Brexit, US-Handelszölle und globale Rezessionsgefahr wider.

Am Nachmittag stehen mit dem ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten US-Gewerbe im September neue Konjunkturdaten auf der Agenda. Sie gelten als ein Indikator für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der an diesem Freitag ansteht und der konjunkturelle Datenhöhepunkt der Woche sein dürfte. Vor diesen Zahlen könnten Anleger also in der Reserve bleiben.

mit Nachrichtenagenturen

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