Börse: Dax im Plus, Lufthansa-Hoffnung verfliegt

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Positive Signale im Zollstreit stützten den Dax. Der Index startet einen Erholungsversuch. Die Aktie der Lufthansa bricht dagegen ihre jüngste Erholung ab, da ein Konkurrent schwache Zahlen meldet und die Branche belastet.

Nach einer dreitägigen Verlustrecke kann sich der Dax
Börsen-Chart zeigen
am Donnerstag vorerst stabilisieren. Der deutsche Leitindex knüpfte am Vormittag an seine Erholung vom Mittwochnachmittag an, zuletzt lag er leicht mit 0,5 Prozent im Plus bei 12 305 Punkten. Der MDax Börsen-Chart zeigen, der die mittelgroßen deutschen Werte umfasst, gewann im frühen Handel 0,55 Prozent auf 25 707 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,35 auf 3525 Zähler.

Grund für die leichte Erholung ist eine Entspannung im Zollstreit zwischen USA und China. Dem vorangegangen waren ermutigende Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte am Vortag in Aussicht gestellt, dass ein Deal mit China früher als erwartet zustande kommen könnte – und damit die Kurse in New York gestützt. Die Unsicherheit am Markt wegen eines möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wurde damit etwas abgefedert.

Brexit, Zollstreit, Impeachment – Anleger bleiben nervös

„Die Anleger bleiben in einem Wechselbad der Gefühle“, sagte ein Börsianer. Während es die Spekulationen um Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Washington und Peking gebe, seien die politischen Risiken mit der Diskussion über eine Amtsenthebung von Trump auf der anderen Seite aber auch um einen Faktor größer geworden. Weiter für Unsicherheit sorge auch das Brexit-Drama.

Schwacher Ausblick von IAG belastet Lufthansa – Aufwärtstrend verflogen

Auch Lufthansa-Papiere wurden in Mitleidenschaft gezogen vom schwachen Ausblick eines Konkurrenten. Wegen einer Prognosesenkung des britischen IAG-Konzerns knüpften sie mit einem Abschlag von rund 2 Prozent an ihre Vortagsverluste an. Ihr Aufwärtstrend infolge der Thomas-Cook-Pleite zu Wochenbeginn ist damit nun wieder verflogen. Von ihrem Zwischenhoch vor zwei Tagen bei 14,755 Euro sind die Lufthansa-Papiere inzwischen wieder deutlich zurückgekommen.

Henkel unter Druck, Wirecard leicht erholt

Auf Unternehmensseite betrübte ein gesenkter Gewinnausblick des US-Klebstoffproduzenten HB Fuller beim Konsumgüterkonzern Henkel die Anleger. Die Aktie kam im Dax mit 1,6 Prozent unter Druck. Für Henkel ist das Klebstoffgeschäft eine wichtige Sparte.

Die üblicherweise schwankungsreichen Wirecard-Aktien gehörten dieses Mal mit 2,5 Prozent zu den Gewinnern. Rückenwind gab hier eine optimistische Analystenstimme der Experten von der Societe Generale. Ihrer Einschätzung nach sollte es sich auszahlen, dass bei dem Zahlungsdienstleister wieder mehr die fundamentale Story in den Fokus rückt.

Unter den Nebenwerten präsentierte der Autozulieferer Hella am Morgen seine Quartalszahlen, die auf durchwachsenes Feedback stießen. Anfängliche Verluste schwenkten aber schnell um, zuletzt legten die Papiere 2 Prozent zu. Börsianer legten dabei eine gute operative Gewinnentwicklung und teilweise als enttäuschend aufgefasste Umsatzzahlen auf die Goldwaage.

Laut der UBS ist der im MDax gelistete Anlagenbauer Dürr Börsen-Chart zeigen noch nicht über den Berg. Diese Aussage drückte bei den Anlegern merklich auf die Stimmung, die Aktie verlor 4 Prozent.

Im SDax Börsen-Chart zeigen belastete eine gestrichene Kaufempfehlung durch die Experten von Warburg Research die Aktien von Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen mit 2,3 Prozent.


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Positive Vorgaben aus Übersee

Die Börse in Tokio reagierte ebenfalls positiv auf die neue Entwicklung im US-chinesischen Handelsstreit. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index Börsen-Chart zeigenlag im Verlauf 0,2 Prozent höher bei 22.069 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index Börsen-Chart zeigenstieg um 0,4 Prozent und lag bei 1627 Punkten.

Zuvor drehte schon der US-Leitindex Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
ins Plus und machte seine Vortagesverluste komplett wett. Der Index stieg um 0,61 Prozent auf 26.970,71 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,62 Prozent auf 2984,87 Zähler. Für den technologielastigen und konjunktursensiblen Auswahlindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigenging es sogar um 1,21 Prozent auf 7803,54 Punkte nach oben.

Euro-Kurs erholt sich etwas

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Donnerstag gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0959 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,0982 Dollar festgesetzt.

Am Devisenmarkt gab es im frühen Handel eine Gegenbewegung. Am Mittwochabend war die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,0942 Dollar gefallen. Ursache war eine breitangelegte Dollarstärke, die den Euro im Gegenzug unter Druck gesetzt hatte. Die Aussicht auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump hatte die Anleger zur Wochenmitte verunsichert und für eine stärkere Nachfrage nach sicheren Anlagen gesorgt, zu denen auch der Dollar zählt.

Im weiteren Tagesverlauf dürften Konjunkturdaten wieder etwas stärker in den Fokus am Devisenmarkt sorgen. Auf dem Programm steht am Nachmittag unter anderem eine weitere Schätzung zum US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal.

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 62,35 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls geringfügig um zwei Cent auf 56,47 Dollar.

Nach zwei Handelstagen mit Verlusten haben sich die Ölpreise vorerst stabilisiert. Zuvor hatte unter anderem ein Anstieg der Ölreserven in den USA die Preise belastet. In der vergangenen Woche waren die amerikanischen Lagerbestände an Rohöl um 2,4 Millionen Barrel auf 419,5 Millionen Barrel gestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang um 0,6 Millionen Barrel gerechnet.

Am Ölmarkt bleiben die Reparaturarbeiten an Ölanlagen in Saudi-Arabien ein beherrschendes Thema, die durch einen Angriff außer Betrieb gesetzt worden waren. Laut jüngsten Medienberichten läuft die Instandsetzung durch den staatlichen Ölkonzern Saudi Aramco schneller als zunächst gedacht. Rohstoffexperten hegen allerdings Zweifel an den Berichten und verweisen auf den geplanten Börsengang von Saudi Aramco, der durch eine lange Reparaturdauer nicht gefährdet werden soll.

mit Nachrichtenagenturen

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