Börse: Dax im Minus, Anleger nervös

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Der Dax pendelt um die Marke von 12.400 Punkten. Anleger nehmen nach der jüngsten Kursrally einige Gewinne mit. Zudem gibt es einen Dämpfer in den Zollverhandlungen zwischen USA und China.

Harte Wirtschaftsdaten dürften in der neuen Woche den Optimismus der Anleger auf die Probe stellen. Nachdem der deutsche Leitindex Dax
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zuletzt von der Entspannung im internationalen Handelskonflikt und der Hoffnung auf weiterhin billiges Geld der Notenbanken profitiert hatte, dürften nun Konjunkturnachrichten aus Europa und den USA den weiteren Kurs bestimmen. „Die gelassene Haltung der Anleger wird getestet“, schrieb Investmentanalyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Vorbörslich wird der Dax mit leichten Verlusten berechnet und dürfte wieder in Richtung der Marke von 12.400 Punkten zurückfallen. In der Vorwoche hatte der Dax
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einen Angriff auf das Zwischenhoch von Mitte des Monats bei 12 494 Punkten nur knapp verpasst.

Für Zurückhaltung sorgte am Freitag an der Wall Street die kurzfristige Absage eines geplanten Besuchs chinesischer Delegationsteilnehmer in den beiden landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten Montana und Nebraska. Derweil spielte US-Präsident Donald Trump die Notwendigkeit einer raschen Einigung herunter. Die Absage und Trumps Äußerungen trüben die Aussichten auf eine baldige Einigung.

Der Aktienmarkt zeigt sich Analysten zufolge zwar bislang noch in sehr robuster Verfassung, sowohl der Schock nach dem Luftschlag gegen saudi-arabische Ölanlagen als auch die Ergebnisse der jüngsten US-Notenbanksitzung seien gelassen zur Kenntnis genommen worden. Am Dienstag jedoch könnte sich der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex als Spielverderber erweisen. „Die Anleger dürften hier keine allzu große Hoffnung auf positive Nachrichten haben“, fuhr der LBBW-Experte fort. Eine negative Überraschung – also keine Stabilisierung, wie der Markt erwarte, sondern ein kräftiger Rückgang – könnte am Dax
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nicht spurlos vorübergehen, und auch die derzeitige Sektor-Rotation in Richtung konjunktursensibler Aktien dürfte wieder auf den Prüfstand kommen.

Konjunkturdaten aus Europa und USA

Zu Wochenbeginn stehen mit deutschen und europäischen Einkaufsmanagerindizes für September wichtige Indikatoren auf der Agenda. Eine Stimmungsverbesserung in der Industrie „wäre ein wichtiges Signal für Konjunktur und Aktienmarkt“, sagte Chefstratege Robert Greil von Merck Finck Privatbankiers. Greil erwartet bei den Einkaufsmanagerindizes und beim Ifo-Geschäftsklima eine leichte Aufhellung. Laut der Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba könnten beide Indikatoren signalisieren, dass das Stimmungstief im Euroraum allmählich überwunden wird.

Auch im weiteren Wochenverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf frische Konjunkturnachrichten. Am Donnerstag etwa rückt das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts in den Fokus, bevor zum Wochenschluss der Auftragseingang für langlebige Güter und der Stimmungsindikator der Universität Michigan an der Reihe sind.

Deeskalationstaktik der USA

Generell bleiben die Experten zuversichtlich gestimmt. Die durch die neuerliche Lockerung der EZB-Geldpolitik und Hoffnungen auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China angeschobenen Kursanstiege hätten zwar die Bewertung vieler deutscher Unternehmen steigen lassen, schrieb Analyst Markus Wallner von der Commerzbank. Von einer übertriebenen Bewertung aber könne bei den meisten deutschen Aktien keine Rede sein.

Helaba-Analyst Markus Reinwand bezeichnete derweil die Deeskalationstaktik des US-Präsidenten als Stütze für den Aktienmarkt: „Die Anleger setzen darauf, dass es sich Donald Trump angesichts der im kommenden Jahr anstehenden Wahlen nicht leisten kann, dass die Kurse einbrechen und die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittert.“


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An Unternehmensmeldungen interessierte Anleger schauen am Donnerstag auf die Zahlen von Hella . Der Lichtspezialist dürfte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 im Automobilgeschäft beim Umsatzwachstum besser abgeschnitten haben als die weltweite Autoindustrie, schrieb der Fachmann Marc-Rene Tonn vom Analysehaus Warburg Research.

Thyssenkrupp verlässt den Dax, MTU steigt auf

Zu Wochenbeginn treten einige Index-Änderungen in Kraft. So zählt Thyssenkrupp ab Montag nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax
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verlassen und wird durch den Triebwerksbauer MTU ersetzt. Auch im MDax der mittelgroßen Werte und im Nebenwerte-Index SDax kommt es zu einem Stühlerücken.

Asiens Börsen überwiegend schwächer

In Asien verloren die wichtigsten Indizes zwischen 1 und 1,5 Prozent. Hoffnungen auf einen baldigen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und China haben einen Dämpfer erhalten. Der Euro tendierte am Montag im asiatischen Handel zum Dollar kaum verändert.

mit Nachrichtenagenturen

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