Börse: Dax geht schwächer aus dem Handel

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Der Dax schließt am Montag rund 1 Prozent schwächer aber über der Marke von 12.300 Punkten. Aktien der Lufthansa profitieren von der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook. Deutsche Bank und Commerzbank stehen dagegen auf den Verkaufslisten.

Am deutschen Aktienmarkt ist es zu Wochenbeginn deutlich bergab gegangen. Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Europa sowie ein Dämpfer in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China drückten am Montag auf die Stimmung. Der Dax
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büßte letztlich 1,01 Prozent auf 12.342 Punkte ein.

Im Tagesverlauf war er sogar unter die Marke von 12.300 Punkten gefallen. Der MDax
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, in dem sich Deutschlands mittelgroße Börsenunternehmen versammeln, schloss am Montag 1,18 Prozent im Minus bei 25.992 Punkten.

Der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China hat auch die Anleger an der Wall Street zum Wochenauftakt vorsichtig gestimmt. Auf die Kauflaune drückte weiterhin der überraschende Abbruch des USA-Besuchs der chinesischen Delegation vom Freitag – auch wenn beide Seiten anschließend die Gespräche als „produktiv“ und „konstruktiv“ beschrieben haben. „Auch wenn die Chancen für ein umfassendes Abkommen ziemlich gering sind, hoffen die Leute auf irgendeine Einigung, mit der die Eskalation des Handelskrieges gestoppt werden kann“, sagte Scott Brown, Chefvolkswirt beim Finanzdienstleister Raymond James.

Der Dow Jones
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pendelte zum Handelsschluss in Europa um seinen Freitagsschluss bei etwa 26.940 Punkten Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 2985 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,1 Prozent auf 8110 Punkte.

Zollausnahmen kamen dem iPhone-Hersteller Apple Börsen-Chart zeigen zugute: Die Aktien legten 0,6 Prozent zu. Die US-Behörden genehmigten zehn von 15 beantragten Ausnahmen für Computerteile. Apple stellt seine Mac Pro-Rechner in Texas her, bezieht aber viele Teile dafür aus China.

Besonders schwer wogen am Markt die jüngsten Stimmungsindikatoren aus der Industrie vor allem in Deutschland, wo sich der Einkaufsmanagerindex deutlicher als erwartet von der Expansionsschwelle von 50 Punkten entfernte. Laut der BayernLB ist das Stimmungsbild, das der Indikator wieder gibt, so schlecht wie zuletzt in der Finanzkrise. „Der Gegenwind für die Konjunktur in Deutschland bläst immer stärker“, so Volkswirt Stefan Kipar von der bayerischen Landesbank.

Dax: Lufthansa und RWE gegen den Trend, Deutsche Bank unter Druck

Im Dax konnten sich nur wenige Aktien im Plus halten, darunter die 0,6 Prozent höheren Papiere der Lufthansa Börsen-Chart zeigen. Analyst David Perry von JPMorgan sieht Fluglinien als Profiteur davon, dass zahlreiche Flieger des Reisekonzerns Thomas Cook
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nach dessen Insolvenz am Boden bleiben. Für RWE Börsen-Chart zeigen ging es ebenfalls um 0,6 Prozent aufwärts. Die Commerzbank rät nach dem verabschiedeten Klimapaket mittlerweile zum Kauf der Aktie.

Schwer unter Druck standen dagegen die 2,8 Prozent schwächeren Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, auch wenn das Finanzhaus beim Verkauf von Teilen des Aktienhandels voran kommt. Mit dem Minus folgten sie nach bislang gutem Lauf im September dem ganzen Sektor nach unten. Für Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen ging es im MDax sogar um fast 7 Prozent bergab.

Unter den Nebenwerten mussten die Aktionäre von Deutz Börsen-Chart zeigen einen schweren Schlag verkraften. Die Aktien sackten wegen einer gekappten Margenprognose um 10 Prozent ab, zwischenzeitlich hatten sie ein Tief seit fast drei Jahren markiert. Seit dem Sommerhoch bei gut 9 Euro haben sie sich nun aus Sorge vor einer mauen Geschäftsentwicklung in etwa halbiert.

Um 12 Prozent rutschten im SDax Börsen-Chart zeigen die Aktien von Adler Real Estate Börsen-Chart zeigen ab – zwischenzeitlich auf ein Tief seit 2015. Der Kauf der israelischen Ado Group geht bei dem Immobilienunternehmen einher mit einer Kapitalerhöhung. Adler wird damit beim deutschen Konkurrenten Ado Properties zum Großaktionär. Dessen Aktien konnten davon aber auch nicht profitieren.


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Eine Übernahme gibt es im Immobiliensektor auch von Vonovia Börsen-Chart zeigen. Der Immobilienkonzern stärkt sein Geschäft in Schweden mit einem Milliardenzukauf. Hier blieben die Anleger von einem Kursrutsch aber weitgehend verschont, mit einem Minus von 0,8 Prozent lagen die Papiere im Mittelfeld des Dax.

MTU ersetzt ThyssenKrupp im Dax

Schwer mit mehr als 6 Prozent unter Druck gerieten noch die Aktien von K+S Börsen-Chart zeigenim MDax. Nachdem es von Warburg Research und Pareto am Montag gleich zwei gestrichene Kaufempfehlungen gab, waren die Aktien des Kali- und Salzförderers so günstig zu haben wie zuletzt 2006.

Die am Markt vollzogene Neuordnung der Indizes, bei der MTU Börsen-Chart zeigenim Dax die Aktien von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigenverdrängte, war in den meisten Fällen kein Kurstreiber mehr. Einzig die Aktie des SDax -Neulings Dermapharm fiel kursmäßig mit einem Anstieg um mehr als 3 Prozent auf.

Zollstreit belastet Asiens Börsen

Unklarheit über die jüngsten Handelsgespräche zwischen den USA und China hat zum Wochenauftakt die asiatischen Aktienmärkte belastet. Vor allem die Frage, ob die beiden weltweit führenden Wirtschaftsmächte bald ein Handelsabkommen abschließen, sorgte für Gesprächsstoff bei Anlegern. Am Wochenende hatte das Büro des US-Handelsbeauftragen eine Erklärung veröffentlicht, wonach die jüngsten Gespräche „produktiv“ verlaufen seien. Auch China äußerte sich ähnlich. Die nächste Runde ist für Oktober angesetzt

Börsianer sind nicht davon überzeugt, dass ein Durchbruch bevorsteht: „Die Leute kommen zu der Erkenntnis, dass das lange Verhandlungen werden. Und je länger es dauert, desto größer sind die wirtschaftlichen Auswirkungen“, sagte Michael McCarthy, Stratege beim Brokerhaus CMC Markets. Dazu kommen die Unruhen in Hongkong und die jüngsten Spannungen im Nahen Osten nach den Angriffen auf saudiarabische Ölanlagen. Allerdings war das Handelsvolumen gering, weil die japanische Börse wegen eines Feiertags geschlossen blieb. In China gaben die Kurse 1,6 Prozent nach. Der Hang Seng in Hongkong verlor 0,7 Prozent. Am Wochenende war es zu Zusammenstößen in der Metropole gekommen.

Euro etwas schwächer

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,51 Prozent am Freitag auf minus 0,57 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 146,05 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,24 Prozent auf 174,22 Zähler zu.

Der Euro wurde von den schwachen europäischen Konjunkturdaten unter Druck gesetzt. Am Nachmittag kostete er 1,0994 Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag auf 1,1030 Dollar festgesetzt./tih/fba

mit Nachrichtenagenturen

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