Börse: Dax knickt ein, Deutsche Bank unter Druck

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Kursrutsch: Der Dax fällt wieder unter die Marke von 12.300 Punkten. Aktien der Lufthansa profitieren von der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook. Zudem gibt es einen Dämpfer in den Zollverhandlungen zwischen USA und China.

Die Spannungen in Saudi-Arabien, die Pleite von Thomas Cook sowie ein Rückschlag im Handelsstreit zwischen den USA und China haben den Dax am Montag in die Tiefe geschickt. Der deutsche Leitindex Dax
Börsen-Chart zeigen
verlor am Vormittag rund 1,5 Prozent (210 Punkte) und stürzte
unter die Marke von 12.300 Punkten. „Nach den Gewinnen der vergangenen Wochen nehmen Anleger nun Geld vom Tisch“, sagte ein Börsianer. „Die Unsicherheiten haben wieder zugenommen.“

Gefragt waren die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen, die sich aufgrund der der Pleite des britischen Wettbewerbers Thomas Cook mit plus 1,2 Prozent an die Dax-Spitze setzten. Tui-Aktien schossen sogar zeitweise um mehr als 10 Prozent nach oben. Die Papiere von Thomas Cook wurden vom Handel ausgesetzt.

Für RWE Börsen-Chart zeigen ging es derweil nach einer Kaufempfehlung durch die Commerzbank um 0,6 Prozent aufwärts. Analystin Tanja Markloff rechnet nach dem am Freitag beschlossenen Klimapaket damit, dass die CO2-Emissionen des Energieversorgers mit der schrittweisen Abschaltung seiner emissionsintensiven Braunkohlekraftwerke bis 2038 sinken.

Schwer unter Druck standen die 4 Prozent gefallenen Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, auch wenn das Finanzhaus beim geplanten Verkauf von großen Teilen des Aktienhandels voran kommt. Der Finanzsektor zeigte sich nach bislang gutem Lauf im September am Montag europaweit von seiner sehr schwachen Seite. Commerzbank-Aktien toppten die Verluste im MDax
Börsen-Chart zeigen
mit einem Abschlag von 6 Prozent.

Vonovia Börsen-Chart zeigen waren ein dritter Gewinner mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent. Sie schlugen sich damit besser als vorbörslich erwartet, nachdem der Immobilienkonzern bekanntgegeben hatte, sein Geschäft in Schweden mit Milliardenzukauf zu stärken. Der Schritt soll nach Unternehmensangaben dazu beitragen, die Kosten zu senken.

Für die Aktionäre von Deutz Börsen-Chart zeigen wird der Montag derweil zu einem rabenschwarzen Tag. Die Aktien brachen wegen einer gekappten Margenprognose um 16 Prozent ein, auch wenn der Schritt vor allem mit der Pleite eines wichtigen Zulieferers in Zusammenhang stand. Die Papiere sackten mit einem Schlag auf ein Tief seit fast drei Jahren ab.

Nur wenig besser erging es den Aktien von Adler Real Estate Börsen-Chart zeigen, die zwischenzeitlich ebenfalls den tiefsten Stand seit 2016 erreichten. Sie rutschten um 13 Prozent ab, nachdem der Kauf des israelischen Wettbewerbers Ado Group bekannt wurde. Adler wird damit zum Großaktionär an dem deutschen Konkurrenten Ado Properties. Dessen Aktien rückten um 1,7 Prozent vor.

Ein Thema war zu Wochenbeginn noch die Neuordnung der Indizes, die aber kursmäßig in den meisten Fällen kein Treiber mehr war. Der Triebwerksbauer MTU Börsen-Chart zeigen spielt von nun an in der ersten deutschen Börsenliga, während mit Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen ein weiteres Dax-Urgestein seinen Platz räumen muss. Im den weiteren Indizes gab es ebenfalls Verschiebungen, unter denen vor allem der SDax-Neuling Dermapharm mit einem Anstieg um 2 Prozent positiv auffiel.


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Asiens Börsen schwächer

In Asien verloren die wichtigsten Indizes zwischen 1 und 1,5 Prozent. Auch hier belastet die Unklarheit über die jüngsten Handelsgespräche zwischen den USA und China. Dazu kommen die Unruhen in Hongkong und die jüngsten Spannungen im Nahen Osten nach den Angriffen auf saudiarabische Ölanlagen. Allerdings war das Handelsvolumen gering, weil die japanische Börse wegen eines Feiertags geschlossen blieb. In China gaben die Kurse 1,6 Prozent nach. Der Hang Seng Börsen-Chart zeigen in Hongkong verlor 0,7 Prozent. Am Wochenende war es zu Zusammenstößen in der Metropole gekommen.

Euro-Kurs kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Montag mit wenig Bewegung in die neue Woche gestartet. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1022 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1030 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Wochenauftakt. Am Vormittag könnte die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten aus der Eurozone für mehr Bewegung beim Eurokurs sorgen. Auf dem Programm stehen Kennzahlen zur Stimmung der Einkaufsmanager im September, die am Markt stark beachtet werden.

Zum Wochenbeginn war von einer etwas stärkeren Risikofreude der Anleger die Rede. Dies setzte den japanischen Yen unter Druck. Japans Währung wird gemeinhin als sicherer Anlagehafen geschätzt. Am Wochenende hatte Chinas Regierung jüngste Gespräche zwischen den USA und China als konstruktiv bezeichnet und damit die Hoffnung auf ein Ende des Handelskonflikts der beiden größten Volkswirtschaften der Welt verstärkt.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise sind am Montag gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 65,00 US-Dollar. Das waren 72 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 61 Cent auf 58,70 Dollar.

Am Markt bleiben die Spannungen in der ölreichen Region am Persischen Golf das bestimmende Thema. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte am Wochenende erneut versichert, der Iran sei trotz gegenteiliger Vorwürfe der US-Regierung nicht der Urheber der Angriffe auf Ölanlagen vom 14. September. Der Iran würde eine unabhängige Untersuchung der Angriffe unter Führung der Vereinten Nationen unterstützen, erklärte er. Dies würde Teherans Unschuld beweisen.

Zuvor hatte Irans Präsident Hassan Ruhani eine Initiative für Sicherheit und Frieden in der Straße von Hormus angekündigt. Mit der „Koalition der Hoffnung“ will der Iran allein mit einer Koalition der Golfstaaten für die Sicherheit der kommerziellen Schifffahrt sorgen. Etwa zeitgleich kamen aber auch erneut schärfere Töne aus dem Iran. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten am Samstag für den Fall eines Angriffs mit einem „Krieg ohne Grenzen“ gedroht.

mit Nachrichtenagenturen

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