Börse: Dax mit leichten Verlusten, Kursrutsch bei Zalando

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Der Dax rutscht wieder deutlich unter die Marke von 12.400 Punkten. Verluste bei den Autoherstellern Daimler, BMW, VW und Conti sowie deutliche Verluste bei Deutsche Bank und Lufthansa bremsen den Index aus.

Der Drohnen-Angriff auf eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien hat die Erholungsrally im Dax vorerst beendet. Der deutsche Leitindex gab am Dienstag um weiter 0,2 Prozent auf 12.358 Zähler nach, nachdem er bereits am Montag unter die Marke von 12.400 Punkten zurückgefallen war. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex noch mehr als 5 Prozent zugelegt. Vor allem die Verluste bei den Autowerten BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen sowie die Talfahrt bei Lufthansa Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigenbremsten den deutschen Leitindex aus.

Der Ölpreisschock sei noch nicht vollends verdaut, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Milan Cutkovic, Analyst beim Broker Axitrader, schrieb: „Der große Crash nach den Drohnenangriffen auf das Herz der Ölindustrie ist zwar ausgeblieben, aber aus den Köpfen der Anleger sind die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten noch lange nicht verschwunden.“

Beruhigend wirkt laut Marktbeobachtern aber, dass US-Präsident Donald Trump derzeit keinen Militärschlag gegen den Iran erwägt. Die Vereinigten Staaten vermuten in der Islamischen Republik den Drahtzieher hinter der Tat. Die Ölpreise hatten am Vortag nach dem Anschlag rasant zugelegt, am Dienstag nun einen kleinen Teil ihrer starken Aufschläge wieder abgegeben.

Auch eine Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan wird an den Börsen positiv gesehen. Es sei ein gutes Signal für einen freien Welthandel, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen deutschen Börsenwerte verlor mit 0,45 Prozent auf 25.860,76 Punkten bislang etwas mehr als der Dax. Hier stachen hohe Verluste der Zalando-Aktien negativ heraus. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen als Leitindex der Euro-Zone wiederum stieg um 0,14 Prozent.

Nikkei fester, Dow Jones schwächer

In Japan sorgte der Anschlag auf die Ölraffinerie für einen Kurssprung bei Aktien von Öl- und Gasunternehmen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen notierte am Dienstag 0,2 Prozent fester bei 22.022 Punkten. Der breiter gefasste Topix Börsen-Chart zeigen stieg um 0,5 Prozent auf 1618 Zähler. Beide erreichten damit die jeweils höchsten Stände seit vier Monaten.

In den USA sorgte der Angriff dagegen für fallende Kurse. Am Montag schloss der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von 0,52 Prozent bei 27.076,82 Punkten. Am vergangenen Donnerstag hatte der Index ein neues Rekordhoch nur knapp verpasst und am Freitag bereits merklich an Schwung verloren. Die zuletzt schon schwächelnden anderen großen Indizes gerieten am Montag auch etwas unter Druck: Der marktbreite S&P 500 verlor 0,31 Prozent auf 2997,96 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen ging es um 0,51 Prozent auf 7852,41 Zähler nach unten.


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Zalando Börsen-Chart zeigen wurden von einer Aktienplatzierung eines Großaktionärs belastet. Die Papiere des Online-Modehändlers rutschten um mehr als 11 Prozent ab. Mit dem Verkauf erlöste der schwedische Investor Kinnevik rund 558 Millionen Euro. Das Paket entspricht 5,2 Prozent des Aktienkapitals von Zalando. Hinzu kam eine Abstufung für die Zalando-Aktien von „Buy“ auf „Hold“ durch Hauck & Aufhäuser. Analyst Christian Salis begründete dies nach dem guten Lauf der Aktien mit dem geringen Restpotenzial zu seinem unveränderten Kursziel von 45 Euro. Zudem sieht der Experte den Höhepunkt guter Nachrichten erreicht.

Im SDax Börsen-Chart zeigen schoben positive Nachrichten die Aktien von Immobilienkonzernen an. Instone Real Estate hob die Prognose für das laufende Jahr deutlich an. Die Papiere gewannen gut 8 Prozent. Ado Properties rückten nach einer Bestätigung von Gesprächen über einen möglichen Verkauf von Immobilien um 3,7 Prozent vor. Und Dic Asset profitierten mit plus 2,3 Prozent von einer positiven Analysteneinschätzung. Im Dax belegten die Anteile von Vonovia Börsen-Chart zeigen mit plus 1,1 Prozent den ersten Platz.

Bei Aktien von Airlines, die tags zuvor unter dem Ölpreisanstieg gelitten hatten, blieb eine Erholung aus. Lufthansa Börsen-Chart zeigen gaben im Dax um weitere 0,6 Prozent nach.

Ölpreis fällt wieder

Die Ölpreise haben einen Teil ihrer massiven Gewinne wegen der Angriffe auf saudische Ölanlagen am Dienstag wieder abgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen gab 1,5 Prozent auf 68 Dollar nach. Ein Barrel US-Leitöl sank um knapp zwei Prozent auf 61,71 Dollar je Barrel.


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Am Montag waren die Preise beider Ölsorten wegen der Sorge um eine Verknappung des Ölangebots noch jeweils fast 15 Prozent gestiegen. Die Drohnenangriffe auf die Ölanlagen des saudischen Konzerns Saudi Aramco betreffen rund fünf Prozent der weltweiten Ölförderung. Doch mehrere Länder – auch die USA – erklärten, die eigenen Ölreserven anzapfen zu wollen und so den Ölpreis zu stützen. Das habe dem Markt geholfen, sagte Tsutomu Soma von SBI Securities in Tokio.

Euro stabilisiert sich

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Dienstag stabilisiert. Nach deutlichen Verlusten zu Wochenbeginn kostete er am Dienstagmorgen 1,1010 US-Dollar. Das war etwas mehr als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1031 Dollar festgesetzt.

Am Montag war der Euro von zwei Seiten unter Druck geraten. Zum einen gab es neue Hinweise auf eine anhaltend lockere Geldpolitik in der Euro-Zone. Zwei hochrangige Notenbanker hatten sich entsprechend geäußert, darunter der Chefvolkswirt der EZB, der Ire Philip Lane.

Hinzu kam ein starkes Sicherheitsbedürfnis der Anleger wegen der Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien am Wochenende. Der darauffolgende Anstieg der Ölpreise führte zu allgemeiner Konjunkturangst und Verunsicherung. Der Dollar als Weltreservewährung wurde daraufhin angesteuert.

Am Dienstag stehen neue Konjunktursignale aus Deutschland auf dem Programm. Das Mannheimer Forschungsinstitut ZEW veröffentlicht die Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage unter Finanzexperten. Es wird mit einer leichten Aufhellung gerechnet.

mit Nachrichtenagenturen

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