Börse: Dax niedriger erwartet

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Der Dax schwächelt zur Wochenmitte. Der Leitindex rutschte am Vormittag unter 11.000 Punkten. Im Fokus der Anleger ist der Immobilienfinanzierer Aareal Bank.

Schwindende Hoffnungen auf einen schnellen Impfstoff in der Corona-Pandemie haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch gebremst. Der Dax Börsen-Chart zeigen verlor kurz nach dem Handelsauftakt zunächst 0,28 Prozent auf 11.044,75 Punkte, rutschte dann aber weiter auf 10.978 Punkte. Eine Stunde nach Börsenöffnung kratzt er wieder die 11.000 Punkte-Marke. Neue Kurstreiber fehlen aktuell.

Zu Wochenbeginn hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer mit einem Kursprung erstmals seit Ende April die psychologisch wichtige Marke zurückerobert – doch bereits am Dienstag war dem Dax die Puste ausgegangen.

Wirkten Nachrichten zu einem möglichen Impfstoffkandidaten des Biotech-Konzerns Moderna gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zu Wochenbeginn noch als Treiber für die Märkte, gab es hier zuletzt einen Dämpfer.

So hatte die US-Nachrichten-Website „Stat“ sich nun kritisch über den Kandidaten geäußert. An der Börse in New York hatte dies am Vortag die Kurse im späten Handel belastet. Solche Nachrichten seien schon öfter an den Börsen gefeiert worden, gab Christian Henke vom Broker IG am Morgen zu bedenken. „Oft aber ein wenig verfrüht.“

Auch der MDax Börsen-Chart zeigen mit den dort enthaltenen mittelgroßen Werten gab im frühen Handel etwas nach, hier betrug das Minus zuletzt 0,30 Prozent auf 24.126,41 Zähler. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigenals Leitindex der Eurozone verlor 0,23 Prozent auf 2895,86 Punkte.


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An der Börse in New York hatte der Dow Jones Industrial Börsen-Chart zeigen am Dienstag mit minus 1,59 Prozent auf 24.206,86 Punkte geschlossen – knapp über dem Tagestief und gab damit einen Teil seines knapp vierprozentigen Gewinns vom Vortag wieder ab. Der marktbreite S&P 500 schloss 1,05 Prozent tiefer auf 2922,94 Zähler.

Auch an den Börsen Asiens belastete die schwindende Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff-Erfolg gegen das neuartige Corona-Virus am Mittwoch. Insbesondere die Börsen Chinas folgten den negativen Vorgaben von der Wall Street. Hier drückt zudem der zuletzt wieder stärker schwelende Handelskonflikt mit den USA auf die Stimmung. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen fiel denn auch zuletzt um rund ein halbes Prozent und in Hongkong notierte der Hang Seng leicht im Minus. In Tokio ging es hingegen für den japanischen Leitindex Nikkei-225 Börsen-Chart zeigen zuletzt um rund ein Prozent aufwärts. Hier sorgten Daten zu Maschinenbauaufträgen für etwas Rückenwind. Sie waren im März weniger gefallen als befürchtet.

Unternehmensseitig stehen die Papiere der Aareal Bank im Fokus, die auf der Suche nach einem Partner für die IT-Tochter Aareon ist. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Aareal-Aktie, die seit Beginn der Corona-Krise zuvor rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt hatte, legte am Mittwoch kurz nach Handelsbeginn um 12,14 Prozent auf 17,00 Euro zu und war damit einsamer Spitzenreiter im MDax .

Der Veranstalters und Tickethändlers CTS Eventim Börsen-Chart zeigen meldet, dass im ersten Quartal Umsatz und Gewinn eingebrochen sind. Der Umsatz verringerte sich demnach in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 35 Prozent auf 184,6 Millionen Euro.

Einen Blick haben Anleger auch auf die Hauptversammlung der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, wo mit Spannung die Abstimmungsergebnisse erwartet werden, sowie auf die Hauptversammlungen von SAP Börsen-Chart zeigen und Uniper.

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea streicht nach einem Nettoverlust im ersten Quartal seine Ausgaben für das laufende Jahr zusammen. Die Investitionen sollen mit 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro rund 30 Prozent geringer ausfallen als zunächst geplant, teilte die Beteiligung des Chemiekonzerns BASF Börsen-Chart zeigen am Mittwoch mit. Zudem hat Unternehmen seine Betriebskosten um 10 Prozent zurückgefahren und seine Liquidität mithilfe neuer Kreditlinien auf mehr als 2,4 Milliarden Euro aufgestockt. Die Dividende auf die Stammaktien hat Wintershall Dea ausgesetzt.

Euro behauptet Gewinne

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch seine jüngsten Kursgewinne weitgehend verteidigt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 1,0947 US-Dollar gehandelt. Am Vorabend hatte der Kurs noch einen guten Teil seiner vorherigen Gewinne eingebüßt, sich in der Nacht dann aber berappelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0950 (Montag: 1,0832) Dollar festgesetzt.

Der Euro profitierte zuletzt von der insgesamt gestiegenen Zuversicht an den Finanzmärkten. Vor allem der von Frankreich und Deutschland am Montag vorgelegte Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise stützt weiterhin den Euro. Laut Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann sei es zwar wahrscheinlich, dass der Plan noch verwässert werde. Mit Deutschland sei aber ein wichtiger Akteur ins Lager derer gewechselt, die nicht mehr nur der EZB den schwarzen Peter zuschieben wolle.

Ölpreise legen leicht zu

Die Ölpreise haben im asiatischen Handel am Mittwoch leicht zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 34,90 US-Dollar. Das waren 25 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 21 Cent auf 32,17 Dollar.

Am Vortag hatten die Kurse nachgegeben. Händler hatten von einer typischen Gegenbewegung nach einer Erholung gesprochen. Die deutliche Erholung am Ölmarkt im Verlauf des letzten Monats geht im Wesentlichen auf zwei Entwicklungen zurück. Zum einen haben große Produzenten wie das Ölkartell Opec gemeinsam mit verbündeten Förderern ihre Produktion verringert. Zum anderen lässt die abklingende Corona-Pandemie auf ein Anziehen der Nachfrage hoffen. Im März und April waren die Erdölpreise dagegen erheblich eingebrochen.

Die Geschwindigkeit der Preiserholung war für Marktbeobachter eine Überraschung. Dennoch sehe er die Chance, dass das Preisniveau über die nächsten Monate gehalten werden kann, hieß es von Vivek Dhar, Rohstoffanalyst der Commonwealth Bank of Australia, aufgrund der sich leerenden Rohöl-Lager könne es sogar noch ein bisschen höher gehen.

mit Agenturen

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