Kursrutsch an den Börsen – US-Futures tief im Minus: Dax stürzt ab, Ausverkauf geht weiter

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Die Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus schickt die Börsen weltweit abwärts. Der deutsche Leitindex Dax stürzt unter die Marke von 12.400 Punkten. Auch die US-Futures notieren tief m Minus, Dow Jones und Nasdaq dürften ihre Verlustserie fortsetzen.

Der Kursrutsch geht weiter: Sorgen vor den Coronavirus-Auswirkungen auf die Weltwirtschaft treiben Anleger weiterhin in die Flucht. Der Dax Börsen-Chart zeigen sackte am Vormittag weiter ab. Zuletzt notierte der Dax 2,9 Prozent schwächer bei 12.399 Punkten. Damit droht dem Dax der sechste Handelstag mit Verlusten in Folge. Seit Donnerstag vergangener Woche büßte der Dax bereits mehr als 1200 Punkte (8 Prozent) eingebüßt. Grund für die deutlichen Verluste ist die rasante Ausbreitung des Coronavirus.

„Das, was wir an der Börse im Moment erleben, ist irgendwo zwischen Angst und Panik“, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Der Versuch von US-Präsident Donald Trump, die Börsen zu beruhigen, sei ins Leere gelaufen. „Stattdessen hat er alle noch einmal wach gerüttelt.“ Trump hatte am Mittwoch erklärt, er sehe keinen Grund zur Panik.

US-Futures erneut tief im Minus

Auch in den USA drückte die Furcht vor einer weltweiten Corona-Pandemie auf die US-Futures. Dow Jones Börsen-Chart zeigenund S&P lagen am Morgen je 1,4 Prozent im Minus, der Nasdaq gibt 1,5 Prozent nach. In der Nacht auf Donnerstag geriet der Aktienmarkt erneut stärker unter Druck, da es US-Präsident Donald Trump in einer Rede nach Einschätzung von Händlern nicht gelungen ist, die Märkte zu beruhigen. Die Terminkontrakte auf US-Indizes verloren deshalb deutlich an Boden und mit ihnen auch die Dax-Indikation.

Ölpreise auf 14-Monats-Tief, Gold auf 12-Monats-Hoch

Die Furcht vor einer Coronavirus-Pandemie drückt den Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit Januar 2019. Leichtes US-Öl kostet mit 47,82 Dollar je Barrel 1,9 Prozent weniger als am Vortag, Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um 1,7 Prozent auf 52,53 Dollar. Im Vergleich zum Vorwochenschluss hat sich Rohöl damit um etwa zehn Prozent verbilligt. Dagegen legte der Goldpreis weiter zu und kletterte über die Marke von 1650 US-Dollar. Das ist das höchste Niveau seit mehr als einem Jahr.

Lufthansa-Aktie stürzt auf Dreijahrestief – 20 Prozent Verlust in einer Woche

Bei den Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag der Ausverkauf noch verschärft. Am Ende des Dax büßten die Papiere weitere 5,3 Prozent auf 12,37 Euro ein, womit sich die Verluste seit Donnerstag vergangener Woche auf fast 20 Prozent summierten. Der europäische Reise- und Tourismussektor büßte in diesem Zeitraum gut 13 Prozent ein. Der Lufthansa-Kurs fiel unter das Tief vom August 2019 auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Drägerwerk-Aktien legen zu: Nachfrage nach Schutzmasken steigt

Zu den wenigen Gewinnern in Frankfurt gehörten Aktien von Drägerwerk mit einem Plus von 4,2 Prozent: Das Unternehmen stellt Atemschutzmasken her und verzeichnet wegen des neuartigen Virus eine steigende Nachfrage.

Auch Qiagen-Papiere notierten 3,2 Prozent höher. Das Biotech-Unternehmen stellt Testprodukte her, mit denen das Virus nachgewiesen werden kann.

Sehen Sie im Video: „Die Angst der Deutschen vor der Aktie“

Bild: simpleshow

Er schloss weitere Reiseeinschränkungen wegen des Virus nicht aus. Derzeit dürfen Ausländer, die in den vergangenen 14 Tagen in China waren, nicht in die USA einreisen. Trump sagte, solche Einschränkungen könnten auch gegen Reisende aus anderen Ländern verhängt werden, in denen sich das Virus ausbreitet.

Ob sich einzelne Aktien dem allgemeinen Abwärtsstrudel entgegenstemmen können, bleibt abzuwarten. Geschäftszahlen haben am Morgen unter anderem Bayer Börsen-Chart zeigen , der Online-Modehändler Zalando Börsen-Chart zeigen , der LED-Spezialist Aixtron Börsen-Chart zeigen und der Anlagenbauer Dürr Börsen-Chart zeigen veröffentlicht. Die Aktien der vier Unternehmen büßten vorbörslich zwischen 2 und fast 5 Prozent ein.

Papiere des Zahlungsdienstleisters Wirecard Börsen-Chart zeigen verloren 4,7 Prozent, nachdem der Kontrahent Adyen Zahlen vorgelegt hatte.

Dow Jones schließt erstmals unter der Marke von 27.000 Punkten

An der New Yorker Börse beendeten die Indizes am Mittwoch den Handel uneinheitlich: Die Anleger waren angesichts der noch unklaren Auswirkungen des Coronavirus zwischen Sorgen und Optimismus hin- und hergerissen. Erholungsversuche wurden im Handelsverlauf immer wieder abgebrochen und zahlreiche neue Nachrichten zum Stand der Epidemie an der Wall Street verarbeitet.

Der Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
beendete den Handel letztlich mit 0,46 Prozent im Minus bei 26.957 Punkten und damit erstmals wieder seit Oktober unter der Marke von 27.000 Punkten. In den nunmehr fünf vergangenen Handelstagen hat der US-Leitindex damit rund acht Prozent eingebüßt und ist dabei vor allem am Montag und Dienstag steil auf Talfahrt gegangen.

Der marktbreite S&P 500 gab am Mittwoch um 0,38 Prozent nach auf 3116,39 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 konnte sich dagegen im Plus halten und erholte sich minimal um 0,44 Prozent auf 8873,76 Zähler.

Euro steigt

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag über 1,09 US-Dollar gestiegen. Nachdem die Gemeinschaftswährung bereits zur Wochenmitte für kurze Zeit die Marke übersprungen hatte, legte sie am Morgen bis auf 1,0915 Dollar zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,0875 (Dienstag: 1,0840) Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter verwiesen auf den jüngsten Zinsrückgang in den USA. Dieser habe den Dollar belastet. In der Laufzeit von zehn Jahren ist die Rendite von US-Staatsanleihen auf ein neues Rekordtief unter 1,30 Prozent gefallen. Allerdings bleibt die Coronavirus-Krise weiter ein bestimmendes Thema am Devisenmarkt. Zuletzt hatte eine Zuspitzung der Krise sichere Anlagehäfen beflügelt, zu denen auch der US-Dollar zählt.

Im weiteren Tagesverlauf könnten auch Konjunkturdaten für neue Impulse beim Handel mit dem Euro sorgen. Auf dem Programm stehen am späten Vormittag Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone. Außerdem wird ebenfalls am Vormittag eine Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwartet.

Die Ölpreise haben am Donnerstag an ihre Verluste der vergangenen Tage angeknüpft. Nach wie vor sorgt die Furcht vor wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise für Verkaufsdruck am Ölmarkt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 52,66 US-Dollar. Das waren 77 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 76 Cent auf 47,97 Dollar.

Zeitweise rutschte der Preis für US-Öl bis auf 47,84 Dollar und damit auf ein neues Tief seit Januar 2019. Der Preis für Brent-Öl erreichte bei 52,57 Dollar ebenfalls den tiefsten Stand seit Anfang 2019. Im Verlauf einer Woche sind die Preise für amerikanisches Rohöl und für Öl aus der Nordsee um jeweils etwa zwölf Prozent eingebrochen.

mit dpa und reuters

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