Coronavirus: Drei Billionen Euro Börsenwert binnen 4 Tagen vernichtet

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DPA


Kurssturz an den Börsen: Auch an der Wall Street brechen die Indizes ein

Anleger ergreifen aus Furcht vor einer Coronavirus-Pandemie weltweit die Flucht. Die Aktienkurse brachen am Donnerstag erneut ein, Gold und Anleihen waren als sichere Häfen gefragt. Der deutsche Leitindex Dax
Börsen-Chart zeigen stürzte am Donnerstag erneut um rund 3 Prozent und fiel unter die Marke von 12.400 Zählern.
Seit Wochenanfang haben Dax und EuroStoxx bereits jeweils rund 8 Prozent verloren und steuern damit auf den größten Wochenverlust seit Januar 2016 zu.

Allein seit Wochenanfang wurden weltweit Börsenwerte von rund drei Billionen Euro vernichtet. Das neuartige Coronavirus breitet sich immer stärker aus. Inzwischen werden mehr Neuinfektionen aus Ländern außerhalb Chinas gemeldet als aus der Volksrepublik selbst. Das schürt Sorgen vor einer Rezession, zahlreiche Firmen schrauben wegen der Erkrankung ihre Prognosen herunter. Mit Microsoft erwartet nach Apple das zweite Unternehmen mit einem Marktwert über einer Billion Dollar erhebliche Belastungen durch die Krankheit Covid-19.

Ölpreis auf 14-Monats-Tief

Auch am Rohstoffmarkt fürchten die Investoren einen Einbruch der Wirtschaft. Der Ölpreis fiel auf den niedrigsten Stand seit Anfang Januar 2019. Rohstoffexperten gehen davon aus, dass die Nachfrage nur noch stagniert. „Spekulationen, dass sich das Coronavirus in den USA ausbreitet, haben neue Verkäufe ausgelöst“, sagte Kazuhiko Saito, Chefanalyst beim Finanzdienstleister Fujitomi. Sollte es tatsächlich zu einer Epidemie in den USA kommen, dürfte sich Öl weiter verbilligen.

Druck auf Notenbanken steigt

Nun steigt der Druck auf die Notenbanken, die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Vor allem in den USA werde auf eine Zinssenkung spekuliert, sagte Commerzbank-Devisenexpertin Thu Lan Nguyen. „Dies unterstützt auch unsere Sicht, dass der Dollar eben kein klassischer sicherer Hafen ist.“ Bis zum Jahresende habe der Markt mehr als zwei Lockerungsschritte der US-Notenbank (Fed) eingepreist, konstatierten die Devisenexperten der DZ Bank.

Zu einem Währungskorb gab der Greenback 0,2 Prozent nach, der Euro stieg in der Spitze um 0,6 Prozent auf 1,0947 Dollar und damit den höchsten Stand seit zweieinhalb Wochen.

Gold und Anleihen gefragt

Gefragt waren zudem sichere Häfen wie Gold und Anleihen. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 1652,34 Dollar. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf minus 0,522 Prozent. Zehnjährige US-Papiere rentierten erstmals in ihrer Geschichte unter 1,3 Prozent. „Es ist eine Flucht in Qualität“, sagte Stuart Oakley, Devisenexperte bei der Investmentbank Nomura. „Die Nachrichten lösen überall eine Massenhysterie aus, es herrscht Endzeitstimmung, und deswegen ziehen sich die Leute aus dem Risiko zurück und flüchten in sichere Häfen, der größte von ihnen sind die zehnjährigen US-Papiere.“

la/reuters

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