Coronakrise: US-Fluggesellschaften beurlauben 32.000 Mitarbeiter

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Coronakrise US-Fluggesellschaften beurlauben 32.000 Mitarbeiter

Das Reisegeschäft ist aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen. Daraus ziehen die Fluggesellschaften United Airlines sowie American Airlines Konsequenzen.

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Die Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines werden zusammen 32.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beurlauben. Bei American Airlines würden 19.000 Mitarbeiter in den Urlaub geschickt, bei United seien es wahrscheinlich 12.000, kündigten die Fluggesellschaften am Mittwoch an, nachdem Abgeordnete und das Weiße Haus sich nicht auf ein Corona-Hilfspaket einigen konnten, das auch Bundeshilfen für Fluggesellschaften vorgesehen hätte.

Sollte Washington sich „in den kommenden Tagen“ doch noch auf einen Deal verständigen, der auch 25 Milliarden Dollar für Fluggesellschaften vorsehe, würde American Airlines die Beurlaubungen, die ab (dem heutigen) Donnerstag gelten, zurücknehmen und die Mitarbeiter zurückrufen, sagte der Chef der Fluggesellschaft Doug Parker.

Der Schritt von zwei der vier größten US-Fluggesellschaften gilt als die erste – und wahrscheinlich größte – unfreiwillige Streichung von Arbeitsplätzen in der Industrie in den kommenden Tagen. Durch die Corona-Krise wurde vor allem die Reisebranche hart getroffen. Am Donnerstag läuft ein Verbot des Bundes zur Streichung von Arbeitsplätzen ab, das Bedingung eines früheren Hilfspakets gewesen ist. Die Fluggesellschaften und Gewerkschaften fordern Steuergelder, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitere sechs Monate bis März bezahlen zu können.

Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Mittwoch, die Regierung wolle Hotels, Fluggesellschaften und Schulen helfen. Er sei mit der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi in Kontakt, doch sind sich das Weiße Haus und das Repräsentantenhaus bei der Höhe des Hilfspakets noch nicht einig. Mnuchin deutete an, dass das Weiße Haus beim umfassenden Hilfspaket nicht über 1,5 Billionen Dollar hinausgehen wolle, was 700 Millionen Dollar weniger sind, als die Demokraten im Repräsentantenhaus sich vorstellen.
Sara Nelson, Präsidentin der Vereinigung von Flugbegleitern, sagte, für die Regierung sei es billiger, die Arbeitsplätze von Mitarbeitern zu sichern, als sie während der Pandemie in die Arbeitslosigkeit rutschen zu lassen.

Kritiker bemängeln eine Vorzugsbehandlung von Fluggesellschaften. Die Bezuschussung verzögere lediglich die Anpassung der Airlines an die geringe Reiseaktivität, von der selbst die Luftfahrtbranche glaubt, dass sie drei bis vier Jahre andauern wird. „Die Fluggesellschaften sind immer die ersten, die um Unterstützung betteln. Sie werden immer wieder gerettet“, sagte Veronique de Rugy, Forschungsstipendiatin an der George-Mason-Universität und Kolumnistin eines libertären Magazins, kürzlich in einem Interview. „Fluggesellschaften haben sich in der Vergangenheit nicht richtig auf den nächsten Notfall vorbereitet, weil sie wissen, dass sie gerettet werden.“

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