+++ Corona-Update +++: Lehre aus Corona: EU will bei Gesundheitskrisen mehr zu sagen haben

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Mittwoch, 11. November

Als Lehre aus der Corona-Krise fordert die EU-Kommission einen europäischen Pandemieplan für künftige Fälle. Zudem sollen die Kompetenzen der EU-Gesundheitsbehörden ausgeweitet werden. Das Paket für eine „Gesundheitsunion“ präsentierte EU-Kommissarin Stella Kyriakides am Mittwoch. Damit bekäme die EU neue Hebel, Gesundheitskrisen zu managen, die mehrere EU-Staaten oder die ganze Gemeinschaft treffen. Bisher hat Brüssel in Gesundheitsfragen kaum etwas zu sagen, das ist Sache der Mitgliedstaaten. „Das wird eine erhebliche Veränderung, damit wir kollektiv reagieren können“, erklärte Kyriakides. Erstmals soll es die Möglichkeit geben, einen EU-Gesundheitsnotstand auszurufen und damit ein koordiniertes Vorgehen und zum Beispiel Kauf und Lagerung von wichtigen Gütern zu starten. Neben dem geplanten sogenannten EU-Vorbereitungsplan für Gesundheitskrisen und Pandemien sollen auch nationale Krisenpläne aufgestellt und von EU-Stellen koordiniert und überwacht werden. Zudem soll künftig die Infektionslage besser überwacht werden. Dafür sollen die EU-Staaten verpflichtet werden, verlässliche und vergleichbare Daten zu liefern. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC in Stockholm soll diese Überwachung übernehmen und auch darüber hinaus mehr Kompetenzen bekommen. So soll sie den EU-Staaten Empfehlungen geben können, auch wenn diese nicht bindend sind. Sie soll auch eine sogenannte EU-Gesundheits-Task-Force entsenden können, um die EU-Staaten vor Ort zu unterstützen. Die Arzneimittelbehörde EMA soll ebenfalls gestärkt werden. Sie soll den Auftrag bekommen, mögliche Lücken in der Arzneimittelversorgung aufzudecken und zu beheben. Zudem soll sie wissenschaftliche Erkenntnisse zu möglicherweise hilfreichen Medikamenten im Krisenfall bündeln und Impfstudien koordinieren. Die Vorschläge der Kommission sind in drei Gesetzgebungsvorhaben gebündelt, über die nun die EU-Staaten und das Europaparlament beraten müssen.

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 184.87 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 3155 Fälle mehr als am Dienstag, wie aus den Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Mittwoch vergangener Woche ist der Wert etwas höher. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 17.214 gelegen. Der Höchststand war am Samstag mit 23 399 verzeichneten Fällen erreicht worden. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 705 687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 261 auf insgesamt 11.767. Am Dienstag betrug diese Steigerung 154 Fälle. Das RKI schätzt, dass rund 454.800 Menschen inzwischen genesen sind. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,92 (Vortag: 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die wichtigsten Hintergründe:
– Die Coronakrise gilt als Konjunkturprogramm für Insolvenzverwalter. Doch das Gegenteil dürfte der Fall sein.

– Einige nutzen die Coronakrise, um ihre politische Agenda weiter voranzutreiben, zum Beispiel die Vermögenssteuer. Aber so einfach ist das nicht.

– Die Medizinerin und Philosophin Christiane Woopen beschreibt, wie entschieden werden sollte, wenn Behandlungsmöglichkeiten knapp werden. Sie verlangt Gesetze statt nur Leitlinien.

Dienstag, 10. November

Einen Tag nach dem Mainzer Unternehmen Biontech meldet auch das Tübinger Biotechunternehmen Curevac positive Daten zu seinem Corona-Impfstoffkandidaten. An der Börse kommt das gut an, die in den USA notierten Aktien legen vorbörslich 7,3 Prozent zu. Das Unternehmen legte die detaillierten Ergebnisse einer ersten klinischen Studie vor. Erste Details wurden bereits Anfang November bekannt. Demnach zeigte der Impfstoff eine gute Verträglichkeit und eine ausgewogene Immunantwort.

Biontech legt seine Bilanz für das dritte Quartal vor. Das Unternehmen konnte demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz deutlich steigern. Für die neun Monate bis zum 30. September 2020 ergab sich den Angaben zufolge ein Gesamtumsatz von 136,9 Millionen Euro, verglichen mit 80,6 Millionen Euro für den Vorjahreszeitraum. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die Kooperationen mit Pfizer und Fosun Pharma im Rahmen des Impfstoffprogramms. Allerdings stiegen auch die Forschungs- und Entwicklungskosten. Für das dritte Quartal 2020 betrugen die Kosten für Forschung und Entwicklung 227,7 Millionen Euro gegenüber 50,4 Millionen Euro für das vergleichbare Vorjahresquartal. Für die ersten neun Monate 2020 beliefen sich die Kosten für Forschung und Entwicklung auf 388 Millionen Euro, verglichen mit 161 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich hat Biontech deshalb Verlust gemacht: Minus 210 Millionen Euro im dritten Quartal, nach einem Verlust von 30,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Im aktuellen Geschäftsjahr muss wiederum Biontech bisher Ende September mit einem Fehlbetrag von 351,7 Millionen Euro auskommen, nach 120,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen jedoch Zuschüsse in Höhe von bis zu 375 Millionen Euro an meilensteinbasierter Förderung durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Da die Finanzierung der Zuwendung nach dem Quartalsende erfolgt und auch auf Inanspruchnahme basiert, ist diese Finanzierung nicht in den liquiden Mitteln zum 30. September 2020 enthalten, so das Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt betrugen laut Biontech die liquiden Mittel des Unternehmens 990,5 Millionen Euro.

Biontech und der US-Partner Pfizer hatten am Montag von einem erfolgreichen Testverlauf ihres Corona-Impfstoffkandidaten berichtet und angekündigt, in den USA in der kommenden Woche einen Antrag auf Notfallzulassung einzureichen. Das Mainzer Unternehmen will seinen Corona-Impfstoff unterhalb der üblichen Marktpreise verkaufen. Der Preis des Impfstoffs werde dennoch die finanziellen Risiken widerspiegeln, die seine privaten Investoren eingegangen seien, sagte Biontech-Strategiechef Ryan Richardson am Dienstag bei einer Online-Veranstaltung der „Financial Times“. „Wir haben versucht, einen ausgewogenen Ansatz zu verfolgen, der anerkennt, dass Innovation Kapital und Investitionen erfordert.“ Der Impfstoff solle deutlich unter den typischen Marktpreisen bewertet werden, „die die Situation widerspiegeln, in der wir uns befinden, und mit dem Ziel, einen breiten Zugang weltweit zu gewährleisten.“ In den Ländern werde es voraussichtlich verschiedene Preise geben, ergänzte Richardson, ohne weitere Details zu nennen.

Bundesregierung und Unternehmen bereiten sich fieberhaft auf eine schnelle Verteilung des möglicherweise ersten Impfstoffs gegen das Coronavirus vor. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Dienstag in Berlin, er rechne mit einem zügigen Vertragsabschluss der EU-Kommission mit der Firma Biontech über den Bezug der Impfdosen. Bereits am Mittwoch solle der Liefervertrag festgezurrt werden, bestätigte ein Sprecher der EU-Kommission. Die größte Herausforderung bei der Verteilung wird sein, dass die von Biontech und ihrem US-Partner Pfizer entwickelte Impfung bei einer Temperatur von minus 70 Grad Celsius transportiert werden muss und nicht lange im Kühlschrank gelagert werden kann. Das stellt die Logistik vor eine besondere Herausforderung. Für die Verteilung eines möglichen Impfstoffs sieht sich auch die Deutsche Post gut gerüstet. Der Konzern stehe zur Verteilung bereit und befinde sich dazu in Gesprächen mit Pharmaunternehmen und Regierungen, sagte Konzernchef Frank Appel. Die Post könne auch Impfstoffe transportieren, die extrem gekühlt werden müssten. „Die Verteilung wird nicht an der Logistik scheitern“, betonte Appel. Die Kontraktlogistik-Sparte des Konzerns betreibt weltweit mehr als 180 auf die Bedürfnisse der Pharmaindustrie zugeschnittene Standorte, in denen empfindliche Medizinprodukte etwa in verschiedenen Temperaturzonen gelagert und verpackt werden können. Auch die US-Logistiker UPS und Fedex haben ihre Bereitschaft zur Verteilung des Impfstoffs unterstrichen.

Spahn sagte, es gehe für die EU zunächst um 200 Millionen Impfdosen. Deutschland wolle sich am Ende bis zu 100 Millionen sichern. Der CDU-Politiker betonte, dass die Zulassungsverfahren sowohl in den USA als auch der EU beschleunigt, die Anforderungen an Sicherheit und Wirksamkeit aber nicht gesenkt würden. Große EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich hätten sich den Impfstoff auch national sichern können. Man habe sich aber aus solidarischen Gründen für den Weg über die EU entschieden, die die Impfung für alle 27 EU-Mitgliedstaaten besorge und die faire Verteilung organisiere. Es gebe eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, dass im ersten Quartal 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehe. Dies sei „ein Licht am Ende des Tunnels“.
In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.332 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 2000 Fälle mehr als am Montag, wie aus Angaben des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Dienstag vergangener Woche ist der Wert nahezu identisch. Damals wurden 15.352 Neuinfektionen gemeldet. Der Höchststand war am Samstag mit 23.399 verzeichneten Fällen erreicht worden. Sonntags und montags sind die täglich vermeldeten Fallzahlen in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 687.200 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 154 auf insgesamt 11.506. Am Montag betrug diese Steigerung 63 Fälle. Das RKI schätzt, dass rund 441.200 Menschen inzwischen genesen sind. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,98 (Vortag: 1,01). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 98 weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die wichtigsten Hintergründe:
– In einer Rekordzeit von nur zehn Monaten haben Biontech und Pfizer einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Das sind die Erkenntnisse.

– Die Aussicht auf einen wirksamen Impfstoff gegen Corona ist ein Game Changer für die Börsen. Diese Chance besteht auf eine echte Jahresendrally.

– Mit zwei Milliarden Euro will die Regierung Start-ups in der Coronakrise unterstützen. So stark fließen die Hilfsgelder ab.

Montag, 9. November

Als letztes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern den Sieben-Tage-Wert von 50 bei den Corona-Neuinfektionen überschritten und gilt damit insgesamt als Risikogebiet. Wie das Robert Koch-Institut am Montagmorgen auf seiner Internetseite mitteilte, liegt der Wert nun landesweit bei 50,18. Am Vorabend hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) den Wert noch mit 49,7 angegeben. Am Wochenende waren für das Land an Müritz und Ostsee 163 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der seit März registrierten Ansteckungen dem Lagus zufolge auf mindestens 3741. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung seit Beginn der Pandemie wuchs in Mecklenburg-Vorpommern um einen auf 30. Landesweit gelten laut dem RKI 2300 aller Infizierten als genesen. Nach Angaben der Internetseite www.intensivregister.de liegen derzeit 25 Patienten mit Covid-19 in MV auf einer Intensivstation. Von ihnen müssen demnach 11 beatmet werden.

Sehnsüchtig wartet die Welt auf einen Corona-Impfstoff. Als erstes westliches Unternehmen legt der deutsche Hersteller Biontech Zwischenergebnisse einer großen Studie vor. Das Mainzer Pharmaunternehmen will voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung eines Corona-Impfstoffs beantragen, der einen mehr als 90-prozentigen Schutz bietet. Schwere Nebenwirkungen seien nicht registriert worden. In der Studie wurden demnach bis Sonntag insgesamt 94 Fälle der Krankheit bestätigt. Die Ergebnisse werden den Angaben zufolge erst dann abschließend ausgewertet, wenn insgesamt 164 Fälle erreicht sind. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßt die Ankündigung des Unternehmens über den Stand der Entwicklung. Er freue sich, dass gerade ein deutsches Unternehmen so weit sei. Da die Bundesregierung aber keine falschen Versprechungen machen wolle und es immer Rückschläge bei der Impfstoff-Entwicklung geben könne, rechne man vorsichtiger damit, dass ein Impfstoff erst im ersten Quartal 2021 zur Verfügung stehen werde, sagt der CDU-Politiker. Für den Corona-Impfstoff gilt wegen der besonderen Dringlichkeit ein beschleunigter Zulassungsprozess. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA können Arzneimittelhersteller schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Zwar haben schon Länder wie Russland, China und kürzlich erst Bahrain Impfstoffe mit Einschränkungen freigegeben und impfen damit bereits Teile der Bevölkerung. Aber wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.363 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 2650 Fälle weniger als am Sonntag, wie aus Angaben des RKI vom Montagmorgen hervorgeht. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Montag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 12.097 gelegen. Der Höchststand war am Samstag mit 23 399 gemeldeten Fällen erreicht worden. Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 671.868 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 63 auf insgesamt 11.352. Das RKI schätzt, dass rund 429.600 Menschen inzwischen genesen sind. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,01 (Vortag: 1,04). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa zehn weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Die wichtigsten Hintergründe:
– Rechtsanwalt Niko Härting vertritt zahlreiche, die sich gegen die Schließungen wehren. So rechtssicher sind die neuen Coronamaßnahmen.

– Die Coronakrise beschleunigt die Einführung von Technologien, die dem Ausharren vor Kassen, Geschäften und in Flughäfen ein Ende bereiten. Das sind die Details.

– Die dänische Regierung fürchtet, die Corona-Mutation, die bei Nerzen in Dänemark nachgewiesen wurde, könnte resistent gegen neue Impfstoffe sein. Darum widersprechen Forscher.

Sonntag, 8. November

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will einen dringend erwarteten Impfstoff gegen Corona zuerst für den Schutz des Gesundheitssystems selbst einsetzen. „Die Frage, wer wird zuerst geimpft, die wird diskutiert mit der Ständigen Impfkommission, mit der Wissenschaftsakademie Leopoldina und mit der Ethikkommission“, sagte Merkel am Sonntag zum Tag der offenen Tür in einem Video, in dem sie auf Bürgerfragen antwortete. „Aber ich glaube, ich kann schon so viel verraten, dass ich sage, ganz vorn dran sind natürlich Pflegekräfte, Ärzte und auch Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Das sind dann allerdings schon recht viele in unserem Land.“

Die Bundesregierung hofft, dass die ersten Impfstoffe recht bald zugelassen werden. „Dann wird natürlich noch nicht genug Impfstoff zur Verfügung sein“, sagte die Kanzlerin und betonte: „Niemand wird gezwungen werden, sich impfen zu lassen, sondern es ist eine freiwillige Entscheidung.“

Die Vorbereitungen für eine Impfkampagne liefen. Die Bundesländer planten eigene Impfzentren. Sehen müsse man erst noch, wieviel Impfstoff zur Verfügung stehen werde und wie lange dieser Impfstoff immunisiere. Zentrale Aufgabe sei es, die Bevölkerung insgesamt immun gegen das Virus zu machen. Wenn 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung immun seien – durch Impfung oder eine durchgestandene Krankheit – sei das Virus „mehr oder weniger besiegt“, so Merkel. „Dann können wir auch alle Einschränkungen aufheben“, sagte sie.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag in Deutschland 16.017 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind rund 7000 Fälle weniger als noch am Tag zuvor, an dem mit 23 399 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Höchstwert erreicht worden war. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen jedoch meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 14.177 gelegen. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI insgesamt 658.505 Infektionen erfasst.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 63 auf insgesamt 11.289. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,04 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa zehn weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Der US-Demokrat Joe Biden hat in seiner Siegesrede nach der Präsidentenwahl angekündigt, das tief gespaltene Land zu einen. „Lasst uns einander eine Chance geben“, sagte er in der Nacht auf Sonntag an die Anhänger des republikanischen Amtsinhabers Donald Trump gerichtet. Es sei Zeit, die harschen und hitzigen Worte hinter sich zu lassen. „Lassen Sie uns hier und jetzt damit beginnen, diese düstere Ära der Dämonisierung in Amerika zu beenden.“ Eines seiner Ziele sei es, dafür zu sorgen, dass die USA wieder in der Welt respektiert würden – „to make America respected around the world again“. Trump war 2016 mit dem Wahlspruch „make American great again“ angetreten.

Die Arbeit seiner Regierung müsse mit dem Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie beginnen, sagte Biden vor jubelnden Anhängern in Wilmington weiter. Er werde dazu am Montag eine Gruppe von Wissenschaftlern und Experten zusammenstellen. Sie sollten eine Blaupause für das Vorgehen ab seinem ersten Amtstag im Januar erstellen. Die USA sind das weltweit am schwersten von der Pandemie betroffene Land.

Die wichtigsten Hintergründe:

– Joe Biden hat es geschafft: Er zieht als 46. Präsident ins Weiße Haus. Ein Blick auf sein Wirtschaftsprogramm zeigt, dass er vieles ändern will – Donald Trump und die Coronakrise könnte ihn schnell ausbremsen.

– MIT-Forscher arbeiten an einer Möglichkeit, wie künstliche Intelligenz Corona-Infizierte am Geräusch ihres Hustens erkennen kann. Das könnte helfen, die Ausbreitung der Pandemie besser zu kontrollieren und zu managen.

Samstag, 7. November

Das Robert-Koch-Instituts (RKI) meldet 23.399 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl auf 642.488 Fälle. Den Daten zufolgen starben weitere 130 Menschen an oder mit dem Virus, insgesamt 11.226. Am Freitag waren erstmals mehr als 20.000 Neuinfektionen an einem Tag verzeichnet worden.

Freitag, 6. November

Wegen des Handels mit gefälschten Corona-Tests sind in Frankreich sieben Personen vorläufig festgenommen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, sollen die Festgenommenen gefälschte negative Testergebnisse am Flughafen Charles de Gaulle im Nordosten von Paris an Reisende verkauft haben. 

Für einen gefälschten Test sollen sie dabei zwischen 150 und 300 Euro einkassiert haben. Ermittler fanden auf ihren Handys mehr als 200 gefälschte Testergebnisse. Wegen der Corona-Pandemie ist die Einreise in manche Länder teils nur mit negativem Corona-Test möglich gewesen. Seit September hatte es in dem Fall Untersuchungen der Grenzpolizei gegeben, nachdem ein Fluggast in Richtung der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit einem gefälschten negativen Corona-Test erwischt worden war. 

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin bedankte sich nach der Festnahme bei den Beamten auf Twitter. Im März soll es zum Prozess gegen die vermuteten Fälscher kommen. Den sechs Männern und der Frau im Alter von 29 bis 52 Jahren drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe bis zu 375 000 Euro.

Die Lufthansa setzt auf ersten Flügen in Deutschland Corona-Schnelltests als Zugangsbedingung für Fluggäste ein. Bei zwei täglichen Flügen zwischen München und Hamburg solle ab 12. November erprobt werden, wie die Antigen-Tests in den Ablauf am Flughafen eingebaut werden können. Nur mit einem negativen Ergebnis darf ein Passagier ins Flugzeug steigen. „Erfolgreiches Testen ganzer Flüge kann der Schlüssel zum Wiederbeleben des internationalen Flugverkehrs werden“, erklärte Lufthansa-Vorständin Christina Foerster am Freitag. 

Die Airline setzt darauf, dass die Behörden weltweit die Reisebeschränkungen in der Pandemie durch den Einsatz von Tests lockern, so dass auch wieder Reisen in Risikogebiete ohne Quarantänepflicht möglich wären. Auf internationaler Ebene setzt sich der Luftfahrtverband IATA dafür bei der staatlichen internationalen Luftfahrtorganisation ICAO dafür ein. Die Quarantäneregeln wirkten im Luftverkehr wie ein Lockdown, klagte die Branche. Über die Teststrategie sollte auch beim Luftverkehrsgipfel am Freitag mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gesprochen werden. Die Tests sind für die Lufthansa-Fluggäste kostenlos und freiwillig. Die österreichische Tochter Austrian Airlines probt dies bereits seit Ende Oktober.

Scharfe Kritik gab es von der Opposition. Sie hat mangelnde parlamentarische Grundlagen für die erneuten weitreichenden Corona-Beschränkungen kritisiert. FDP-Chef Christian Lindner nannte Pläne der großen Koalition für erweiterte gesetzliche Verankerungen am Freitag im Bundestag ein „rechtspolitsches Feigenblatt“. Dies ziele nur darauf, bereits getroffene Entscheidungen nachträglich zu legitimieren. „Das geht hart an die Grenze der Missachtung des Parlaments“. Angesichts von Kritik an erneuten Schließungen vieler Einrichtungen auf Beschluss von Bund und Ländern will die Koalition eine genauere gesetzliche Grundlage für Corona-Beschränkungen schaffen. Konkret sollen bisherige allgemeine Formulierungen im Infektionsschutzgesetz präzisiert werden. Welche Schritte nötig sein könnten, soll einzeln aufgelistet werden – etwa Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote oder die Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Freitagmorgen hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18.681 gelegen. Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 619.089 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 166 auf insgesamt 11 096. Das RKI schätzt, dass rund 402.500 Menschen inzwischen genesen sind. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsste die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger.

Ein paar Tage nach Beginn der harten Maßnahmen im Teil-Lockdown verkündet die Bundesregierung nun, wie genau die versprochenen Novemberhilfen aussehen. Hier will die Regierung „nicht kleckern“, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte. Er einigte sich mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auf Details der Hilfen. Laut Altmaier sollen so schnell wie möglich Abschlagszahlungen erfolgen, möglichst bis Ende November 2020: Die Hilfen haben ein Volumen von voraussichtlich rund 10 Milliarden Euro. Das Geld soll aus dem Topf für die Überbrückungshilfen stammen. Antragsberechtigt sind laut Finanz- und Wirtschaftsministerium direkt von temporären Schließungen betroffene Unternehmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen. Voraussetzung ist, dass sie auf der Grundlage der Beschlüsse von Bund und Ländern vom 28. Oktober den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließungen in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt – bis zu einer Obergrenze von 1 Million Euro, soweit der bestehende EU-beihilferechtliche Spielraum das zulässt.

Die wichtigsten Hintergründe:

Der Name soll Programm sein: Mit einer „außerordentlichen Wirtschaftshilfe“ unterstützt die Regierung Firmen, die im November dichtmachen müssen. Die Details sind knifflig, einige Branchen fühlen sich im Stich gelassen.

– Über die Frage nach Sinn und Verhältnismäßigkeit des Corona-Lockdowns entscheiden nicht Parlamentarier. Sondern Richter. Das ist das Problem.

– Weil die Gesundheitsämter überlastet sind, sollen Mitarbeiter aus Ministerien und dem Kanzleramt bei der Kontaktnachverfolgung helfen. Die Begeisterung ist unterschiedlich.

– Der Uber-Chef Christoph Weigler hat mit der WirtschaftsWoche über die Folgen der Coronakrise gesprochen. Die Details.

– Die Bundeskanzlerin schwört die Nation auf dunkle Coronawochen ein. Das sagt der WiWo-Chefredakteur dazu.

Donnerstag, 5. November

Die Tourismusbranche in Deutschland erwartet nochmal riesige Einnahmeverluste durch die Anti-Corona-Regeln im November. Sie schätzt die Umsatzeinbußen durch Betriebsschließungen und Kontaktbeschränkungen in diesem Monat auf 10,2 Milliarden Euro. Von März bis August beläuft sich das Minus nach Berechnungen des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr durch die Corona-Krise auf etwa 46,6 Milliarden Euro, wie der Deutsche Tourismusverband (DTV) am Donnerstag mitteilte. Die Lage vieler Betriebe in der Tourismusbranche und dem Gastgewerbe ist nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages sehr kritisch.
DTV-Präsident Reinhard Meyer sagte, die Corona-Pandemie habe ein Milliardenloch in die Kassen von Gastronomie- und Unterkunftsbetrieben, Veranstaltern sowie von Kultur- und Freizeiteinrichtungen gerissen. „Selbst in den Sommermonaten konnten die Verluste nicht aufgeholt werden. Der November-Lockdown droht endgültig vielen Betrieben die wirtschaftliche Basis zu entziehen.“

Griechenland befindet sich auch im Lockdown-Modus. Die Regierung könne nicht zulassen, dass das Gesundheitssystem überlastet werde, begründete Premier Kyriakos Mitsotakis den harten Schritt am Donnerstagmittag in einer Fernsehansprache. Ab Samstagmorgen müssen alle Läden außer Supermärkten, Apotheken und anderen lebenswichtigen Geschäften schließen. Außerdem gilt von 21 bis 5 Uhr eine allgemeine Ausgangssperre. Ausgenommen sind Berufstätige, die vom Arbeitgeber eine entsprechende Bestätigung mitführen. Wer tagsüber einkaufen oder zum Arzt gehen will, muss per SMS darüber informieren. Die Schulen im Land werden – bis auf Kindergärten und Grundschulen – auf Online-Betrieb umstellen. Überall gilt Maskenpflicht. Schon jetzt sei die Zahl der Neueinweisungen in Krankenhäuser hoch, sagte Mitsotakis. „Geht es so weiter, sind in den nächsten Tagen die ersten Krankenhäuser am Limit.“ Einen Gutteil jener Berufstätigen, die wegen der Maßnahmen kein Geld verdienen, wolle der Staat für den Monat November mit je 800 Euro unterstützen. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Griechenland mit seinen rund elf Millionen Einwohnern bisher nicht so stark von Corona betroffen gewesen. Allerdings schnellten die Zahlen in den vergangenen Wochen vor allem in den Großstädten Athen und Thessaloniki unkontrolliert in die Höhe. Am Freitag zählte die griechische Gesundheitsbehörde 2646 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Insgesamt verzeichnet das Land seit Ausbruch der Pandemie bisher knapp 47.000 Infektionen, 673 Menschen sind gestorben. Zum Vergleich: Im einwohnermäßig ähnlich großen Bundesland Baden-Württemberg wurden nach Angaben der Landesregierung seit dem Frühjahr rund 90.000 Fälle registriert, 2071 Menschen sind bisher gestorben.

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19.990 Fällen binnen eines Tages einen bisherigen Höchstwert erreicht. Dies ging aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen hervor. Den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen gemeldet. Am Donnerstag vor einer Woche lag die Zahl bei 16.774.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 597.583 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 118 auf insgesamt 10.930. Das RKI schätzt, dass rund 391.600 Menschen inzwischen genesen sind. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht am Mittwoch bei 0,81 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Die wichtigsten Hintergründe:

Der Lufthansa brockt die Coronakrise ein Minus von über fünf Milliarden Euro ein. So sieht es in der deutschen Flugbranche aus.

Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler spricht über Auswirkungen von Corona und Pilotprojekte in Brandenburg und Bayern. Dazu mehr.

– Die Börse zeigt sich trotz Zitterpartie in den USA optimistisch. Daran liegt’s.

Mittwoch, 4. November

Die Bundesregierung plant bei den Nothilfen angesichts des Lockdowns im November Erleichterungen für Soloselbstständige. Wie aus einem Papier hervorgeht, sollen Soloselbstständige wie Künstler die Hilfen bis zu einem Förderhöchstsatz von 5000 Euro direkt beantragen können – und nicht wie bei Firmen über Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Außerdem sollen auch Betriebe unterstützt werden, die indirekt von Schließungen betroffen sind – also etwa Lieferanten von Restaurants und Kneipen. Voraussetzung ist, dass sie regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Maßnahmen betroffenen Firmen erzielen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat angesichts der Überlastung der Labore seine Empfehlungen für Coronavirus-Tests geändert. Demnach soll es möglichst keine PCR-Tests für reine Verdachtsfälle mehr geben, also für Menschen ohne eindeutige Corona-Symptome. Damit soll verhindert werden, dass in der Erkältungssaison zu viele Coronavirus-Tests das bisherige System zusammenbrechen lassen.

Wegen aktueller oder drohender Engpässe beim Kampf gegen die Corona-Pandemie liegen dem Robert Koch-Institut (RKI) derzeit 41 Meldungen von Gesundheitsämtern vor. Dabei geht es in 34 Fällen darum, dass Infektionsschutzmaßnahmen nicht mehr voll vorgenommen werden können, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. In sieben Fällen wurde gemeldet, dass dies in den nächsten Tagen nicht mehr sichergestellt werden könne. Neben Helfern des RKI sind derzeit 5350 Soldaten etwa in Gesundheitsämtern oder bei Tests im Einsatz.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI 16.498 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervor. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 14 964 gelegen – das waren beinahe doppelt so viele wie am Mittwoch der Woche davor. Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 560 379 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 143 auf insgesamt 10 661. Das RKI schätzt, dass rund 371 500 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,94 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel knapp einen weiteren Menschen ansteckt. Damit liegt die Ansteckungsrate wieder unter der kritischen Marke von eins. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 0,98 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die wichtigsten Hintergründe:

Die staatliche Förderbank KfW hat einen Rekord bei der Kreditvergabe erreicht. Das sind die Hintergründe.

– Der Staat unterstützt Unternehmer mit Coronahilfen, auf die sie aber noch Steuern zahlen. Das sind die Details.

Nicht jeder vermeintliche Corona-Gewinner hält, was sich Anleger von ihm versprechen. Die richtige Zutat für die Börse.

– Burger King wirbt bei seinen Fans dafür, die nächste Bulette ausgerechnet bei McDonald’s zu kaufen. Dieser Werbetrend steckt dahinter.

Dienstag, 3. November

Déjà-vu: Der zweite Lockdown hat begonnen und damit die zweite Schließung der Restaurants. Dennoch gibt es Unterschiede. Die Bundesregierung hat Versprechungen für mehr Entschädigungen gemacht. Details sind jedoch noch nicht bekannt. Die Gastronomen wissen nicht, wenn die Entschädigungen kommen, wie hoch die sind und inwiefern die gegengerechnet werden. Obwohl die Verordnung einen Liefer- und Abholservice zulässt, soll die Höhe der Entschädigung von dem Umsatz und nicht Ergebnis abhängig sein. Wenn also durch den Service die Entschädigung geringer ausfällt, lohnt sich das für viele Gastronomen nicht. Deshalb überlegen auch die großen Ketten wie Hans im Glück, einige Restaurants vollkommen geschlossen zu lassen, wie der Chef Hannes Bühler jüngst im Interview mit der WirtschaftsWoche sagte.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 15.352 neue Coronavirus-Infektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich 560.379 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus und weltweit mehr als 46,73 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die USA verzeichnen die meisten Infizierten weltweit, gefolgt von Indien, Brasilien, Russland, Frankreich und Spanien.

Die Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf das Konsumverhalten: Fast neun von zehn Deutschen (86 Prozent) haben in der Corona-Krise ihre Konsumausgaben spürbar eingeschränkt, wie eine Umfrage des Verbands der Privaten Bausparkassen unter gut 2000 Bundesbürgern zum Konsumverhalten der vergangenen drei Monate zeigt. Etwa zwei Drittel geben an, dass sie bei Kino, Theater, Konzerten und anderen Kulturveranstaltungen gespart haben. Ebenfalls stark betroffen sind die Reisebranche und die Gastronomie (jeweils 57 Prozent). Knapp die Hälfte (46 Prozent) nennt den Bereich Einkaufen/Shopping. Bei den Fahrtkosten haben 29 Prozent der Bundesbürger Ausgaben gespart und bei größeren Anschaffungen 24 Prozent.

Die wichtigsten Hintergründe:

– Wann kommt das Corona-Medikament von Bayer, Herr Oelrich? Der Chef der Pharma-Sparte von Bayer im Interview.

– Die Impfdosis fürs Depot kommt aus dem deutschen Mittelstand. Die Aktien einiger Weltmarktführer schlagen sich auch in diesen Zeiten gut: Das sind unsere zehn Favoriten für 2021.

Montag, 2. November

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 12.097 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich 545.027 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion steigt um 49 auf 10.530. Sonntags fallen die Zahlen für gewöhnlich niedriger aus, da die Gesundheitsämter am Wochenende häufig nicht alle Daten übermitteln. Weltweit haben sich nachweislich mehr als 46,37 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Demnach starben mehr als 1,19 Millionen Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Die meisten Infektionsfälle verzeichnen die USA, gefolgt von Indien, Brasilien, Russland, Frankreich und Spanien.

Derweil wachsen in der Politik Druck und Sorge: Bundesfinanzminister Olaf Scholz schließt Beschränkungen für längere Zeit nicht aus. Da es sich gewissermaßen um eine Naturkatastrophe handele, müsse man sich auf eine neue Normalität einstellen, sagt Scholz bei RTL/ntv Frühstart. „Das wird dieses und auch das nächste Jahr noch so sein“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat. „Solange die Zahlen nicht sinken, wird es immer Beschränkungen geben.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor einer Überforderung des Gesundheitssystems. In zwei Wochen habe sich die Zahl der Corona-Intensivpatienten auf mehr als 2000 verdreifacht, twittert er. „Wir müssen diese Dynamik brechen, gemeinsam und entschlossen.“

Am Abend verleiht Kanzlerin Angela ihrer „großen Sorge“ Ausdruck. Die am Montag in Kraft getretenen Einschränkungen seien dringend erforderlich. Merkel sagt, sie seien schweren Herzens entschieden worden, aber auch aus voller Überzeugung – um das Ziel zu erreichen: „Wenn wir das einen Monat mit aller Konsequenz durchhalten, kann das in dieser zweiten Welle ein Wellenbrecher sein“, sagt Merkel. Die Pandemie ist „ein sehr besonderes und sehr herausforderndes Ereignis“, das es so wohl „nur einmal pro Jahrhundert“ gebe. Die Bundeskanzlerin wird am 16. November mit den Ministerpräsidenten der Länder eine Zwischenbilanz der Einschränkungen ziehen. Sie werde politisch alles tun, dass die Maßnahmen auf den November begrenzt blieben.

Die wichtigsten Hintergründe:

– Britische Forscher planen ersten Menschenversuch mit Covid-19: Freiwillige sollen 4000 Pfund erhalten. Das sind die Details.

– Eine exklusive Umfrage zeigt: Die Deutschen sind unzufrieden mit der Corona-Warn-App. Was hinter dem Frust steckt.

– Ein Hoffnungsschimmer? Curevac treibt Corona-Impfstoffprojekt nach positiven Daten voran. Wie lange dauert es noch?

Mit Material von dpa und Reuters.

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