Anti-Rassismus-Proteste: US-Profisportler nehmen Spielbetrieb wieder auf – und setzen Zeichen gegen Rassismus

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Anti-Rassismus-Proteste US-Profisportler nehmen Spielbetrieb wieder auf – und setzen Zeichen gegen Rassismus

Ausgelöst von dem Streik der Milwaukee Bucks wurde der US-Sport in den vergangenen Tagen politisch und deutlich im Kampf gegen Rassismus wie nie zuvor. Nun gehen die Spiele gehen weiter.

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Nach der historischen Protestwelle gegen Rassismus im US-Sport haben die NBA und die NHL ihre Playoffs fortgesetzt. Die Milwaukee Bucks und die Orlando Magic knieten beim Abspielen der Nationalhymne am Samstag und trugen mehrheitlich die T-Shirts mit dem Aufdruck „Black lives matter“ (Schwarze Leben zählen), verzichteten ansonsten aber auf weitere symbolische Gesten vor dem Anwurf des Basketball-Spiels.

In der National Hockey League hatte es vor der Partie der Tampa Bay Lightning gegen die Boston Bruins ein Video gegeben, in dem zum Kampf gegen Rassismus aufgerufen worden war. Die Profis in der NHL standen für die amerikanische und kanadische Hymne.

Die Bucks hatten sich am Mittwoch geweigert, ihre Playoff-Partie gegen die Magic zu bestreiten. Die Titelkandidaten wollten damit auf die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen Afroamerikaner protestieren. In der Folge solidarisierten sich viele Spieler und Mannschaften aus der NBA, MLB, WNBA, MLS, NHL und NFL mit der Entscheidung und sagten ihrerseits Spiele oder Trainingseinheiten ab. Auch das Tennis-Masters in New York wurde für einen Tag unterbrochen.

US-Präsident Donald Trump hatte die NBA in der Folge kritisiert. „Sie sind wie eine politische Organisation geworden. Ich denke nicht, dass das gut für den Sport oder für das Land ist“, sagte Trump. Er wisse nicht viel über den Protest in der NBA, sagte Trump zugleich. Aber er wisse, dass ihre TV-Quoten „sehr schlecht waren“, weil die Leute der NBA etwas überdrüssig geworden seien.

In der NBA hatte es intensive Diskussionen gegeben, ob die Saison überhaupt fortgesetzt werden sollte. Nach mehreren Sitzungen und nachdem unter anderen Lakers-Star LeBron James den Rat von Ex-Präsident Barack Obama angehört hatte, entschieden sich die Basketballer, weiterzuspielen. Sie bekamen von den Teambesitzern dafür unter anderem das Versprechen, dass, wo möglich, die Heimspielstätten als Wahllokale bei der anstehenden Präsidentschaftswahl genutzt werden.

Bucks-Spieler George Hill blieb während der Hymne am Samstag in den Katakomben. Der 34-Jährige hatte beim Boykott eine entscheidende Rolle gespielt und kam erst nach dem Ende des Lieds zum Spielfeld.

NHL schließt sich mit Verzögerung an

Die NHL hatte sich am Donnerstag mit einem Tag Verzögerung dem Protest angeschlossen. Die Profis begründeten dies in einer eindrucksvollen Pressekonferenz damit, dass sie von den Entwicklungen überrascht worden seien und sich erst austauschen wollten. Dass die von weißen Profis dominierte National Hockey League sich dann ebenfalls dazu entschloss, am Donnerstag und Freitag auf die Playoffs zu verzichten, war als weiteres starkes Zeichen empfunden worden.

„Das hier ist eine viel stärkere Botschaft als alles, was ein oder zwei Spieler auf dem Eis machen könnten“, sagte der schwarze Profi Ryan Reaves von den Vegas Golden Knights. „Das Gespräch hat angefangen mit weißen Spielern von anderen Teams, die sprechen wollten. Das ist stark.“

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