Angriff auf Tesla?: General Motors und Nikola verbünden sich

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Angriff auf Tesla? General Motors und Nikola verbünden sich

Der größte US-Autobauer General Motors steigt im Rahmen einer strategischen Partnerschaft bei dem aufstrebenden Tesla-Rivalen Nikola ein. Die Börse bejubelt den Schritt.

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Der größte US-Autobauer General Motors (GM) steigt im Rahmen einer strategischen Partnerschaft bei dem aufstrebenden Tesla-Rivalen Nikola ein. GM erhält Aktien im Wert von rund 2 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro) und wird so mit 11 Prozent an Nikola beteiligt, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten.

Im Gegenzug bekommt Nikola von GM Unterstützung im Konkurrenzkampf mit dem Elektroauto-Pionier Tesla. GM soll Nikolas mit Spannung erwarteten Pick-up-Truck Badger fertigen, der sowohl mit Elektro- als auch mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt kommen soll.

„Eine bessere Partnerschaft könnte man sich nicht erträumen“, schwärmte Nikola-Chef Trevor Milton. Sein Unternehmen aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona mischt seit Mitte des Jahres die Börse auf und sorgt dort mit ambitionierten Wachstumsplänen für Euphorie.

Auch die Allianz mit GM wurde von Anlegern bejubelt, Nikolas Aktien schossen vorbörslich zeitweise um über 30 Prozent in die Höhe. Gut für Trevor Milton, den Gründer und Verwaltungsratschef der Nikola Corporation: „Ich, unser CEO, der Finanzchef und Personalchef erhalten nur ein Dollar reguläres Gehalt pro Jahr. Wir werden in Aktien bezahlt, verdienen nur, wenn der Wert unseres Unternehmens steigt“, verriet er Mitte Juli im WirtschaftsWoche-Interview. Die Papiere von GM legten ebenfalls deutlich zu, während Tesla heftige Kurseinbußen erlitt. Wie der Elektroauto-Vorreiter will Nikola das lukrative Pick-up-Segment mit dem ersten E-Modell umkrempeln.

Trevor Milton hatte sich im WiWo-Interview auch zu Elon Musk und dessen Abneigung der Brennstoffzelle gegenüber geäußert: „Jeder Unternehmer strebt danach, ein einzigartiges Geschäftsmodell zu haben. Bei Elon dreht sich alles um den Akku. Viele Leute sehen Akkus als Lösung für alles. Ich nicht. Ich denke, dass ein Mix unterschiedlicher Technologien, je nach Aufgabenstellung, sinnvoll ist. Deswegen betrachte ich Akkus auch nicht als Konkurrenz, sondern sinnvolle Ergänzung.“

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Nach dem Börsengang durch eine umgekehrte Fusion, auch kalter IPO genannt, ist der Nutzfahrzeug-Hersteller Nikola aus Phoenix aus dem Stand zu einem der wertvollsten Fahrzeughersteller der Welt aufgestiegen, überholte zwischenzeitlich sogar Ford. Das Unternehmen entwickelt mit Akkus und Brennstoffzellen angetriebene Zugmaschinen, will sein Geld allerdings hauptsächlich mit Wasserstoff-Tankstellen machen. Lesen Sie das Interview mit Nikola-Chef Trevor Milton hier.

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