Amazon: Zuckerbrot und Peitsche

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Die Traueranzeige hängt noch am Schwarzen Brett. Viele Mitarbeiter des Amazon-Lagers in Bad Hersfeld laufen täglich an ihr vorbei. Der Verstorbene engagierte sich als Verdi-Mitglied, streikte mit den Kollegen, viele kannten ihn gut. Er sei ein Risikopatient gewesen, sagt ein Mitarbeiter. Dann habe er sich mit Corona infiziert, lange im Koma gelegen, sei schließlich verstorben – an oder mit Corona, so genau weiß es niemand hier. Auch wo der Verstorbene sich mit dem Virus infiziert hat, kann niemand wissen. Aber im Lager kursieren Gerüchte: Wo – wenn nicht hier?

Schon nach dem ersten bekannt gewordenen Coronafall vor ein paar Monaten war die Skepsis in der Belegschaft groß, dass die Hygieneregeln im Lager ausreichen. Viele argwöhnen, dass der Tod des Kollegen sich womöglich hätte vermeiden lassen – auch wenn die Infektionsquelle des Verstorbenen nicht ermittelt werden kann.

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